Hallo zusammen,
ich plane gerade fürs neue Altersvorsorgedepot ab 2027 und beschäftige mich aktuell intensiver mit dem Rohstoffanteil in meinem Depot. Hab die letzten Wochen – wenn ich abends nicht die neue Klimaanlage plane oder beim Grillen sitze – viel gelesen und bin jetzt ehrlich gesagt etwas verwirrt, was die Kosten angeht.
Konkret geht es mir um den Vergleich zwischen Rohstoff-ETFs (also z.B. auf Indizes wie den Bloomberg Commodity Index) und klassischen Rohstoffzertifikaten. Auf den ersten Blick sehen Zertifikate manchmal günstiger aus, weil die laufenden Kosten (TER) teils niedriger wirken. Aber dann stolper ich über Begriffe wie Managementgebühr, Rollkosten, Spread beim Kauf und Verkauf, oder Emittentenrisiko – und frage mich, ob der Vergleich wirklich so einfach ist.
Meine Fragen:
- Welche Kostenarten muss ich bei Zertifikaten wirklich einrechnen, die beim ETF wegfallen?
- Gibt es steuerliche Unterschiede, die beim Altersvorsorgedepot relevant werden könnten?
- Lohnt sich überhaupt der Aufwand, Zertifikate zu analysieren, oder ist der ETF für Normalanleger wie mich fast immer günstiger?
Bin kein Profi, informiere mich aber gerne selbst. Freue mich über ehrliche Einschätzungen, auch wenn das Ergebnis eindeutig ist.
Hi Markus,
die Frage ist gar nicht so abwegig, aber in der Praxis läuft es meistens auf ETF hinaus – zumindest wenn man die Gesamtkosten ehrlich zusammenrechnet.
Bei Zertifikaten siehst du oft eine niedrige oder gar keine ausgewiesene TER, aber das täuscht. Erstens gibt es fast immer eine Managementgebühr, die im Preis eingepreist ist und nicht separat ausgewiesen wird. Zweitens ist der Spread beim Kauf/Verkauf oft breiter als bei einem liquiden ETF. Drittens – und das ist der wichtigste Punkt – hast du bei Zertifikaten ein Emittentenrisiko: Wenn die Bank pleitegeht, kann das Produkt wertlos werden. Bei einem ETF (Sondervermögen) ist das rechtlich abgetrennt.
Steuerlich: Soweit ich das für das neue Altersvorsorgedepot 2027 verstehe, ist die Besteuerung innerhalb des Depots eh nachgelagert, also während der Laufzeit erstmal nicht dein primäres Problem. Aber ich hab mich da auch noch nicht bis ins letzte Detail eingelesen – ich hab zuletzt mehr zu anderen Grundlagenfragen gestöbert, z.B. zu Förderung in besonderen Lebenssituationen wie bei Elternzeit und Altersvorsorgedepot.
Kurz gesagt: Für einen normalen Privatanleger ohne Spezialwissen ist ein breit gestreuter Rohstoff-ETF in der Regel transparenter, günstiger im Gesamtbild und rechtlich sicherer. Zertifikate können in Ausnahmefällen interessant sein, aber dann muss man wirklich genau hinschauen.