Hi zusammen,
beschäftige mich gerade mit dem neuen Altersvorsorgedepot und überlege, ob ich einen kleinen Rohstoff-Anteil mit reinpacken soll. Inflation macht mir schon Sorgen, besonders bei den 40 Jahren bis zur Rente.
Hab mir mal ein paar Rohstoff-ETFs angeschaut und da sind TER von 2,5% oder sogar 3% völlig normal. Bei Edelmetall-ETCs ists noch krasser. Das ist ja schon heftig verglichen mit nem MSCI World mit 0,2%.
Jetzt rechne ich mir das hoch: Bei 40 Jahren Ansparzeit würde das bedeuten, dass allein die Kosten über die gesamte Laufzeit rund 120% ausmachen. Das kann doch nicht sein oder rechne ich falsch?
Und dann kommt ja noch dazu, dass das Altersvorsorgedepot eh schon die 1% Effektivkosten-Grenze hat. Würde das zusammengerechnet oder wie funktioniert das?
Klar, Rohstoffe können auch mal richtig durch die Decke gehen, aber langfristig muss das doch ein Minusgeschäft werden bei den Kosten? Oder hab ich da nen Denkfehler?
Wie seht ihr das? Rohstoffe trotzdem sinnvoll oder lieber bei günstigen Aktien-ETFs bleiben?
Gruß
Mike
Hi Mike,
deine Bedenken kann ich verstehen. Die hohen TER bei Rohstoff-ETFs sind wirklich ein Problem. Allerdings rechnest du nicht ganz richtig - die 2,5% TER werden jährlich vom Fondsvermögen abgezogen, nicht linear aufsummiert.
Trotzdem hast du recht: Bei 40 Jahren frisst das ordentlich Performance. Ich hatte das mal durchgerechnet und bei sonst gleichen Bedingungen kostet dich 1% mehr TER über 40 Jahre etwa 25% weniger Endkapital.
Für Altersvorsorge würde ich ehrlich gesagt die Finger von reinen Rohstoff-ETFs lassen. Als Inflationsschutz gibts bessere Alternativen wie REITs oder Unternehmen aus dem Rohstoffbereich - die haben meist deutlich niedrigere Kosten.
Ja die Kosten sind echt heftig! Ich hab in meinem anderen Thread schon überlegt wegen Diversifikation.
Aber mal ne andere Frage: Meinst du wirklich, dass Rohstoffe als Beimischung komplett Quatsch sind? So 5-10% vom Portfolio? Gerade jetzt im Sommer mit den Klimaanlagen und dem ganzen Energieverbrauch sieht man ja, wie wichtig Rohstoffe sind.
Vielleicht gibts ja auch ETFs auf Rohstoffunternehmen statt auf die Rohstoffe direkt? Die müssten günstiger sein.
Also ich sehe das kritischer als die anderen hier. Rohstoffe gehören meiner Meinung nach in jedes langfristige Portfolio - aber eben nicht über teure ETFs.
Schaut euch mal Rohstoffaktien an: Bergbaukonzerne, Ölunternehmen, Agrarkonzerne. Die profitieren von steigenden Rohstoffpreisen, zahlen oft ordentliche Dividenden und haben normale ETF-Kosten von 0,3-0,5%.
Und zur Kostenrechnung: Die 1% Effektivkosten-Grenze beim Altersvorsorgedepot bezieht sich auf die Depotführung und Verwaltung, nicht auf die ETF-Kosten. Die kommen noch dazu. Das sollte man im Hinterkopf behalten.