Hallo zusammen,
beschäftige mich seit Wochen mit dem Thema Rohstoffe für mein Altersvorsorgedepot 2027. Dabei bin ich immer wieder über Seltene Erden ETFs gestolpert. Die Diskussion um Elektromobilität, Windenergie und Digitalisierung lässt ja vermuten, dass der Bedarf an Neodym, Lithium, Dysprosium etc. stark steigen wird.
Andererseits lese ich immer wieder von extremen Preisschwankungen und der starken China-Abhängigkeit bei diesen Materialien. Manche Experten warnen auch vor Recycling-Technologien, die den Bedarf wieder reduzieren könnten.
Für die Altersvorsorge wäre das ja eine sehr langfristige Anlage - so 20-25 Jahre bis zur Rente. Seht ihr Seltene Erden ETFs als sinnvolle Beimischung oder als zu spekulativ für die Altersvorsorge? Welche Gewichtung würdet ihr maximal empfehlen?
Bei den heißen Temperaturen gerade denke ich auch an all die Klimaanlagen, die Seltene Erden brauchen... der Bedarf müsste doch eigentlich nur steigen, oder?
Freue mich auf eure Einschätzungen!
Interessante Diskussion hier. Aus meiner Sicht sollte man Seltene Erden ETFs differenziert betrachten. Die langfristige Nachfrage wird definitiv steigen - allein schon wegen der Energiewende und der zunehmenden Digitalisierung.
Der Schlüssel liegt in der richtigen Auswahl: Es gibt ETFs, die sich nur auf die Minenbetreiber konzentrieren, und andere, die auch weiterverarbeitende Unternehmen einschließen. Letztere sind meist stabiler.
Für das Altersvorsorgedepot würde ich empfehlen: Maximal 2-3% Gewichtung und dann am besten über einen breit diversifizierten Rohstoff-ETF, der Seltene Erden nur als Teilbereich enthält. So hat man die Chance mit dabei zu sein, ohne sich zu stark abhängig zu machen.
Sehe ich deutlich kritischer als FelixT_89. Diese ganze Seltene Erden Euphorie erinnert mich stark an die Dotcom-Blase damals. Jeder redet von Zukunftstechnologien, aber die wenigsten schauen sich die fundamentalen Daten an.
Das größte Problem: Die meisten dieser ETFs sind extrem dünn gehandelt und haben wenige Positionen. Da kann eine einzige Minenkatastrophe oder ein Managementfehler bei einem großen Unternehmen gleich 20-30% des ETF-Wertes vernichten.
Für die Altersvorsorge brauchen wir Stabilität und breite Diversifikation. Wenn schon Riester problematisch war, dann sind spekulative Rohstoff-ETFs erst recht nichts für die Rente.
Moin VorsorgePro58,
kann deine Überlegungen gut nachvollziehen. Hab mich auch schon damit beschäftigt, bin aber eher skeptisch geworden. Das Problem bei Seltene Erden ETFs ist die extreme Volatilität - teilweise 40-50% Schwankungen in einem Jahr. Für die Altersvorsorge ist das schon heftig.
Dazu kommt: China kontrolliert etwa 80% der globalen Produktion. Wenn da politisch was passiert oder die ihre Exportpolitik ändern, kann das den ganzen Markt durcheinanderwirbeln. Hab das 2019 erlebt, als die Handelsspannungen mit den USA zugenommen haben.
Als kleine Beimischung (max. 3-5%) könnte es durchaus Sinn machen, aber als größere Position würde ich das nicht empfehlen. Die Zukunftschancen sind da, aber die Risiken auch.
Hmm, bin da zwiegespalten. Einerseits hast du recht mit dem steigenden Bedarf - hab letztens gelesen, dass für eine einzige Windkraftanlage mehrere Hundert Kilo Seltene Erden gebraucht werden.
Aber die China-Geschichte ist echt problematisch. Recycling wird auch immer besser und könnte den Markt umkrempeln. Plus: Viele dieser ETFs haben hohe Kosten.
Wenn, dann würd ich nur 'ne kleine Position machen.