Hi zusammen,
mich beschäftigt gerade die Frage, wie sich Gold und Silber bei hoher Inflation entwickeln. Wir haben ja momentan wieder steigende Preise und ich überlege für mein zukünftiges Altersvorsorgedepot 2027, ob ich einen Teil in Edelmetalle stecken soll.
Meine Überlegung: Gold gilt ja traditionell als Inflationsschutz, aber Silber hat oft mehr industrielle Nachfrage durch Elektronik, Solar usw. Andererseits ist Silber viel volatiler.
Hat jemand von euch Erfahrungen aus den letzten Inflationsphasen? Wie haben sich eure Edelmetall-Investments entwickelt? Und falls ihr sowas habt - nehmt ihr physische ETCs, Minenaktien oder sogar echte Barren?
Bin noch relativ neu beim Investieren und will mir jetzt schon Gedanken machen, wie ich ab 2027 optimal aufgestellt bin. Bei der aktuellen Sommerhitze und den steigenden Energiekosten für die Klimaanlage merke ich jedenfalls, dass alles teurer wird...
Freue mich auf eure Meinungen!
Hey!
Also ich hab bisher nur Gold im Blick, weil das einfacher zu verstehen ist. Silber schwankt mir zu krass - hab mal ausgerechnet dass das teilweise 3x so volatil ist wie Gold.
Bei Inflation sind beide nicht schlecht, aber Gold ist halt der Klassiker. Meine Oma hat noch echte Goldmünzen aus den 70ern und die haben sich super entwickelt.
Moin Felix,
gute Frage! Ich hab seit 2020 sowohl Gold- als auch Silber-ETCs im Depot und kann dir aus Erfahrung sagen: Silber ist definitiv der Zappelphilipp von beiden. In der Hochinflationsphase 2021-2022 ist Silber stärker gestiegen als Gold, aber auch härter gefallen.
Gold läuft bei Inflation oft besser als gedacht, aber nicht immer sofort. Manchmal dauert es Monate bis der Inflationsschutz greift. Silber reagiert schneller, aber eben in beide Richtungen.
Ich hab übrigens hier schon mal über Zinsentwicklung geschrieben - das hängt auch mit Edelmetallen zusammen. Hohe Zinsen sind Gift für Gold.
Mein Mix: 60% Gold-ETC, 40% Silber-ETC, physisch ist mir zu umständlich. Maximal 5-10% vom Gesamtdepot in Edelmetalle, nicht mehr.
Interessante Diskussion! Aus technischer Sicht würde ich noch ergänzen: Silber hat tatsächlich mehr industrielle Anwendungen (Elektronik, Medizin, erneuerbare Energien), was zusätzliche Nachfrage schafft. Das kann bei Inflation helfen, weil die Industrie das Zeug braucht.
Aber Vorsicht mit der Gewichtung - Edelmetalle zahlen keine Dividenden und haben Lagerkosten. Für die Altersvorsorge sollten sie wirklich nur ein kleiner Baustein sein.
Ich persönlich bevorzuge breit diversifizierte Rohstoff-ETFs statt nur Edelmetalle. Da ist dann auch Öl, Agrar, Industriemetalle drin. Das streut das Risiko besser.