Hallo zusammen,
mir macht die massive China-Abhängigkeit bei seltenen Erden echt Sorgen. Hab gelesen dass über 80% der weltweiten Produktion dort läuft - Neodym, Dysprosium und Co. sind ja essentiell für Windräder, E-Auto-Motoren und die ganze Energiewende.
Jetzt wo wir hier Ende Mai sind und die ersten Solaranlagen wieder auf Hochtouren laufen, denk ich immer mehr über die Lieferketten nach. Was passiert wenn es politische Spannungen gibt? Taiwan-Konflikt oder Handelskrieg 2.0?
Bin 58 und hab mein Altersvorsorgedepot zu etwa 15% in Rohstoffen. Bisher hauptsächlich über breite ETFs. Aber sollte man da nicht gezielter gegen geopolitische Risiken absichern? Gibt's Alternativen zu China bei seltenen Erden? Australien, Kanada vielleicht?
Oder ist die Diversifikation über verschiedene Rohstoffklassen (Edelmetalle, Industriemetalle, Energie) schon ausreichend? Wie seht ihr das Risiko einer Blockade kritischer Materialien ein?
Danke für eure Einschätzungen!
Sehe ich ähnlich wie Kritiker_77. Die Märkte sind träge, aber sie funktionieren. Wenn China die Preise zu stark anzieht oder Embargos verhängt, wird das automatisch Investitionen in alternative Quellen auslösen.
Praktisch würde ich schauen: Gibt's ETFs die gezielt auf Rohstoffproduzenten außerhalb Chinas setzen? VanEck Rare Earth/Strategic Metals könnte interessant sein. Oder du gehst über Minenaktien - aber das ist dann schon sehr spezifisch und riskant für die Altersvorsorge.
Bei 15% Rohstoffanteil würd ich ehrlich gesagt eher auf bewährte Diversifikation setzen. Gold, Silber, Industriemetalle, bisschen Energie. Nicht zu kompliziert machen.
Muss da mal ne andere Perspektive einbringen. China wird seine dominante Position nicht kampflos aufgeben - die wissen genau was sie da für einen strategischen Vorteil haben. Recycling von seltenen Erden steckt auch noch in den Kinderschuhen.
Für's Altersvorsorgedepot würde ich das China-Risiko eher indirekt angehen: Mehr in Unternehmen die Alternativen entwickeln oder weniger abhängig von seltenen Erden sind. Gibt ja auch andere Technologien für Windräder ohne Neodym-Magnete.
15% Rohstoffe ist schon ordentlich - vielleicht einfach darauf achten dass der Rohstoff-ETF nicht zu stark China-lastig ist?
Die China-Abhängigkeit ist definitiv problematisch, aber man sollte das Risiko nicht überbewerten. Erstens sind seltene Erden nicht wirklich "selten" - es gibt Vorkommen in Australien, USA, Grönland und anderen Ländern. Das Problem ist hauptsächlich die Aufbereitung, die sehr umweltschädlich ist und deshalb nach China verlagert wurde.
Zweitens entwickelt sich der Markt bereits weiter. Lynas aus Australien baut Kapazitäten auf, MP Materials in den USA auch. Das dauert nur seine Zeit. Wie ich schon bei den Renditeerwartungen geschrieben hab, sollte man bei langfristigen Investments nicht zu sehr auf kurzfristige Risiken fokussieren. 15% Rohstoffe sind eh schon defensiv - würde dabei bleiben.