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Realistische Renditeerwartungen - wer rechnet mit 3-4% statt 7%?

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Kritiker_77
Beiträge: 24
Themenstarter
(@kritiker_77)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#2]

Moin Leute,

mich nervt es langsam, dass alle Vorsorgerechner mit diesen übertrieben optimistischen 7% Jahresrendite rechnen. Das ist doch völlig unrealistisch für die nächsten Jahrzehnte! Die goldenen Zeiten nach 2008 sind vorbei, die Zinswende läutet eine neue Ära ein.

Wer von euch rechnet seine Altersvorsorge mal mit realistischen 3-4% real durch? Bei mir kommt dann nämlich raus, dass ich entweder deutlich mehr sparen oder länger arbeiten muss. Aber immerhin weiß ich dann, womit ich wirklich rechnen kann und nicht mit irgendwelchen Fantasiezahlen.

Bei 7% nominal sieht natürlich alles super aus - 500€ Sparplan über 30 Jahre und schwupps hab ich 600k. Bei realistischen 3-4% real sind das eher 350-400k in heutiger Kaufkraft. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Gibt es gute Rechner, die mit konservativen Annahmen arbeiten? Oder bastelt ihr euch das selbst in Excel zusammen? Würde mich echt mal interessieren, wer hier ehrlich mit niedrigeren Renditen plant.


1 Antwort
Kritikus_78
Beiträge: 13
(@kritikus_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Du sprichst mir aus der Seele! Ich rechne schon seit Jahren mit maximal 4% real, eher sogar nur 3%. Die ganzen "7% historisch"-Jünger vergessen gerne, dass wir heute in einer völlig anderen Situation sind als vor 20-30 Jahren.

Demografischer Wandel, stagnierendes Produktivitätswachstum, Klimawandel, hohe Bewertungen - das alles spricht gegen die rosaroten 7%-Szenarien. Lieber pessimistisch planen und positiv überrascht werden, als umgekehrt.

Ich nutze den Finanztip-Rechner und stelle dort bewusst niedrigere Werte ein. Excel geht natürlich auch gut - einfach mit PMT-Funktion oder manuell durchrechnen. Das Erwachen wird für viele böse, wenn sie merken dass aus ihren 500k plötzlich nur noch 300k werden.

Besonders lustig find ich immer die Diskussionen um "nominal vs real". Viele kapieren gar nicht den Unterschied und denken 7% nominal bei 3% Inflation sind immer noch 7% Kaufkraft. 🙄

Mein Ansatz: Lieber 200€ mehr sparen als später mit 67 noch 10 Jahre länger arbeiten müssen, weil die Rechnung nicht aufgegangen ist.


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