Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, meinen Sparplan zu optimieren und hab mal verschiedene Rechner ausprobiert. Was mich echt verwirrt: Der Sparplanrechner meiner Hausbank (Sparkasse) zeigt mir nach 20 Jahren bei 300€ monatlich und 6% Rendite etwa 138.000€ an. Der Rechner von meinem Online-Broker dagegen kommt auf nur 131.000€ bei den gleichen Parametern.
Das sind immerhin 7.000€ Unterschied! Ich hab schon mehrfach überprüft, ob ich irgendwas falsch eingegeben hab, aber die Werte sind identisch.
Meine Vermutung: Irgendwie rechnen die beiden völlig unterschiedlich. Vielleicht berücksichtigt einer die Kosten und der andere nicht? Oder liegt's an der Art, wie die Zinsen berechnet werden?
Hat jemand von euch schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht? Welchem Rechner kann man denn trauen? Will jetzt im Frühjahr endlich mal Ordnung in meine Finanzen bringen, aber so kann ich ja schlecht planen.
Wäre super, wenn mir jemand erklären könnte, woran das liegt. Danke schon mal!
Das Problem kenne ich gut aus meiner Beratungspraxis. Die Unterschiede entstehen meist durch verschiedene Berechnungsansätze:
1. Kostenberücksichtigung: Viele Bankenrechner zeigen die Bruttorendite, während seriöse Broker-Tools bereits Gebühren, Ausgabeaufschläge und lfd. Kosten abziehen.
2. Zinseszinsberechnung: Manche rechnen mit jährlicher, andere mit monatlicher oder sogar täglicher Zinsgutschrift.
3. Steuereffekte: Werden Abgeltungssteuer und Freibeträge berücksichtigt oder nicht?
Mein Rat: Nutzen Sie den Rechner, der die realen Kosten Ihres geplanten Produkts transparent einbezieht. Bei 6% Rendite sollten Sie außerdem prüfen, ob das realistisch ist – nach Kosten und Steuern sind eher 4-5% bei breit gestreuten ETFs langfristig zu erwarten.
Ganz einfach: Die Bank will dir was verkaufen, der Broker zeigt die Realität. Bei der Sparkasse kriegst du meist teure Fonds mit 5% Ausgabeaufschlag und 1,5% laufenden Kosten pro Jahr. Das rechnen die aber nicht mit ein in ihren schönen Rechnern.
Wie H.Weber schon richtig erklärt hat, liegt's meist an den versteckten Kosten. Ich würde zusätzlich empfehlen, mal den Finanztip-Rechner oder den von der Stiftung Warentest zu probieren - die sind meist neutraler.
Bei meiner alten Bank war das genauso: Schöne hohe Zahlen im Rechner, aber in der Realität dann deutlich weniger wegen Gebühren und überteuerten Produkten. Bin dann auch zum Broker gewechselt und fahre mit günstigen ETFs viel besser.