Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit den Kostenstrukturen für mein zukünftiges Altersvorsorgedepot und bin dabei auf ein Problem gestoßen. In den meisten Online-Rechnern kann man zwar die TER eingeben, aber wie sieht es mit der Tracking Difference aus?
Bei meinem Wunsch-ETF liegt die TER bei 0,15%, aber die Tracking Difference der letzten 3 Jahre schwankt zwischen -0,08% und +0,12%. Das kann ja bei 30-40 Jahren Anlagedauer einen erheblichen Unterschied machen!
Meist nehme ich für meine Berechnungen einfach die TER als Kostenabzug, aber ist das zu optimistisch? Sollte man nicht eher mit der schlechteren Tracking Difference rechnen, um auf der sicheren Seite zu sein?
Wie macht ihr das in euren Rechnern? Addiert ihr TER und durchschnittliche TD zusammen oder wie kalkuliert ihr realistisch? Bei der Hitze im Büro fällt mir das Rechnen gerade besonders schwer... 😅
Freue mich über eure Erfahrungen!
Hallo A.Bergmann,
das Thema beschäftigt mich auch sehr! Ich bin zwar schon etwas älter und muss aufholen, aber gerade deshalb achte ich penibel auf jeden Kostenpunkt.
Meiner Erfahrung nach ist es sinnvoll, mit der durchschnittlichen Tracking Difference der letzten 5 Jahre zu rechnen, wenn verfügbar. Die TER alleine ist wirklich zu optimistisch. Ich nehme meist TER + 0,15% für meine Berechnungen.
Bei der aktuellen Hitze ist es wirklich schwer sich zu konzentrieren! Ich mache solche Berechnungen inzwischen nur noch morgens oder abends, wenn's kühler ist.
Was mir aufgefallen ist: Manche Rechner haben eine Option für "zusätzliche jährliche Kosten" - da kann man die TD-Differenz zur TER eintragen. Das macht die Sache einfacher.
Hi A.Bergmann,
als jemand der gerade erst mit dem Thema anfängt: Danke für die Frage! Hab mich das auch schon gefragt.
Ich hab jetzt angefangen, bei meinen Berechnungen einfach TER + 0,2% zu nehmen. Lieber vorsichtig kalkulieren, als später böse Überraschungen erleben. Als Azubi kann ich mir keine großen Verluste durch falsche Annahmen leisten.
Bei der Sommerhitze mach ich solche Berechnungen auch lieber abends. Tagsüber ist es echt zu warm zum Denken! 😊
Ach, das ist doch alles viel zu kompliziert! Die Tracking Difference schwankt ja sowieso ständig - mal positiv, mal negativ.
Ich nehm einfach die TER und gut ist. Bei 30 Jahren gleicht sich das eh alles aus. Mach dir nicht so viele Gedanken über jeden Zehntel-Prozentpunkt.
Gute Frage, die sich viele nicht stellen! Ich rechne tatsächlich konservativer als die meisten. TER ist nur ein Teil der Geschichte - die Tracking Difference zeigt, was wirklich passiert.
Mein Tipp: Nimm die TER + 0,1% als Puffer für die TD. Bei physischen ETFs auf große Indizes ist das meist ausreichend. Bei exotischeren Märkten oder synthetischen ETFs kann's mehr werden.
Wichtiger Punkt: In meinem anderen Beitrag zu ETF-Kosten hab ich schon mal erklärt, dass auch Spreads beim Kauf eine Rolle spielen. Bei monatlichen Sparplänen über 30 Jahre summiert sich das!
Für die Altersvorsorge würde ich ehrlich gesagt lieber 0,2-0,3% mehr an Kosten einrechnen und dann positiv überrascht werden, als am Ende eine Lücke zu haben.