Hi zusammen,
sitze hier bei der Hitze und versuche verschiedene Vorsorgerechner zu vergleichen für 2027. Dabei ist mir aufgefallen dass die unterschiedliche ETF-Kosten verwenden - manche rechnen nur mit der TER von 0,2%, andere sprechen von "Gesamtkosten" bis zu 0,5%.
Was genau sind denn diese versteckten Kosten bei ETFs? Hab schon mal was von Tracking Difference und Spread gelesen, aber blick da nicht ganz durch. Mein Depot-Anbieter zeigt nur die TER an (0,18% beim MSCI World), aber wenn ich das in online Rechner eingebe kommen teilweise ganz andere Endergebnisse raus.
Gibt es irgendwo eine Liste was alles zu den "echten" ETF-Kosten gehört? Oder einen Rechner der automatisch realistische Kosten verwendet? Will nicht in 40 Jahren böse Überraschungen erleben weil ich die falschen Zahlen verwendet hab.
Danke für eure Hilfe!
Muss Sabine teilweise widersprechen. Die 0,15% Aufschlag sind mir zu pauschal. Kommt stark auf den ETF an - bei großen, liquiden ETFs wie dem MSCI World ist die Tracking Difference oft nur 0,05-0,08%.
Schau mal auf die Factsheets der ETF-Anbieter, da steht meist die historische Tracking Difference drin. Das ist viel genauer als Faustformeln.
Hi Stefan,
gute Frage! Die TER ist tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Bei ETFs kommen noch weitere Kosten dazu:
- Tracking Difference (meist 0,1-0,3% zusätzlich)
- Bid-Ask-Spread beim Kauf/Verkauf
- Wertpapierleihe-Erträge (können Kosten reduzieren)
- Transaktionskosten des ETF-Anbieters
In der Praxis rechne ich immer mit TER + 0,15% als Faustformel. Also bei deinem MSCI World ETF würde ich mit 0,33% Gesamtkosten kalkulieren statt nur 0,18%. Das macht über Jahrzehnte einen erheblichen Unterschied!
Bei meiner Analyse der neuen Vorsorgeprodukte bin ich auch auf dieses Problem gestoßen. Die meisten Rechner sind da leider zu optimistisch.