Hi zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Planung meiner Altersvorsorge und bin dabei auf ein Problem gestoßen. Die meisten Online-Renditerechner, die ich bisher gefunden habe, zeigen nur die Brutto-Performance an. Das ist aber völlig unrealistisch, weil die ganzen Kosten und später die Steuern nicht berücksichtigt werden.
Konkret suche ich einen Rechner, der folgende Punkte mit einbezieht:
- Produktkosten (TER bei ETFs, Verwaltungskosten etc.)
- Depotgebühren und Transaktionskosten
- Nachgelagerte Besteuerung in der Rentenphase
- Idealerweise auch Inflation
Bei meinem Depot 2027 sind die Effektivkosten ja auf 1% begrenzt, aber trotzdem möchte ich realistische Zahlen sehen und nicht diese geschönten Brutto-Renditen von 6-7%, die überall angepriesen werden.
Hat jemand von euch einen guten Tipp für einen Rechner, der wirklich alle relevanten Faktoren berücksichtigt? Gerne auch kostenpflichtige Tools, wenn sie dafür genauer sind.
Ich plane übrigens, im Sommer nochmal meine komplette Vorsorgestrategie zu überdenken, nachdem ich jetzt endlich Zeit für die Recherche habe.
Danke schon mal für eure Hilfe!
Klaus
Kann dich gut verstehen Klaus! Bei meinen Immobilien-Überlegungen hatte ich das gleiche Problem - die Rechner zeigen immer nur die schönen Zahlen.
Für ETF-Depots nutze ich hauptsächlich den Rechner von Finanztip, der berücksichtigt wenigstens die TER und Steuern. Ist zwar nicht perfekt, aber besser als die Standard-Tools der Banken. Der zeigt auch die reale Kaufkraft nach Inflation an.
Für das Depot 2027 gibt's soweit ich weiß noch keinen spezialisierten Rechner, der alle Förderaspekte richtig abbildet. Das ist echt schade, weil gerade bei geförderten Produkten die Steuereffekte so komplex sind.
Portfolio Performance kann auch einiges, ist aber eher für die laufende Kontrolle gedacht als für Planungen.
Klaus, da sprichst du einen wunden Punkt an! Die Branche lebt ja davon, dass die Leute mit unrealistischen Renditeerwartungen gelockt werden.
Ich nutze eine Kombination aus mehreren Tools: Den DWS Sparplan-Rechner für die Grundberechnung, dann korrigiere ich die Werte manuell um realistische Kostensätze. Für die Steuerberechnung nehme ich separate Tools.
Wichtig ist meiner Meinung nach vor allem, dass man nicht nur auf die Ansparphase schaut, sondern auch die Auszahlungsphase richtig kalkuliert. Da werden oft massive Steuerfallen übersehen.
Bei geförderten Produkten wie dem Depot 2027 ist es noch komplizierter, weil die Zulagen und Steuervorteile in der Ansparphase gegen die nachgelagerte Besteuerung aufgerechnet werden müssen.
Guten Tag Klaus,
ich beschäftige mich seit Jahren mit diesem Thema und muss sagen, dass wirklich realistische Rechner rar gesät sind. Die meisten Anbieter haben kein Interesse daran, die geschönten Renditen zu korrigieren.
Aus meiner Erfahrung sind die Rechner der Verbraucherzentralen noch am ehesten brauchbar, weil die unabhängig sind. Der Riester-Rechner dort berücksichtigt zumindest die wichtigsten Kostenfaktoren.
Für eine grobe Orientierung rechne ich immer mit 2-3% real nach Kosten und Steuern, auch wenn die nominale Rendite höher liegt. Bei Versicherungsprodukten hatte ich ähnliche Probleme mit intransparenten Kostenstrukturen.
Einen perfekten Rechner für das Depot 2027 kenne ich leider auch nicht. Da müsste man fast selbst eine Excel-Tabelle basteln.