Hi zusammen!
Ich bereite mich gerade auf das neue Altersvorsorgedepot vor und beschäftige mich intensiv mit Renditerechnern. Dabei bin ich über ein Problem gestolpert, das mich echt beschäftigt.
Meine Bank bietet verschiedene Mischfonds an (60/40, 70/30 Aktien/Anleihen), die natürlich höhere Kosten haben. Alternativ könnte ich mir selbst ein ETF-Portfolio aus MSCI World + Emerging Markets + Euro Government Bonds zusammenstellen.
Jetzt hab ich verschiedene Rechner ausprobiert und die zeigen mir komplett unterschiedliche Ergebnisse! Bei den Mischfonds rechnen die meisten Rechner einfach mit einer pauschalen Rendite (historisch so 5-6% p.a.), berücksichtigen aber nicht die TER von 1,2-1,8%. Bei meinem selbst zusammengestellten ETF-Mix rechne ich mit deutlich niedrigeren Kosten (0,2-0,4% TER), aber dafür hab ich Rebalancing-Aufwand.
Die Sache ist: Ich will das bis zum Sommer vernünftig durchrechnen, bevor es dann im Januar losgeht. Welche Rechner berücksichtigen solche Details wirklich realistisch? Und wie bewerte ich den "Komfort-Aufschlag" der Mischfonds fair?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Muss Hermann und VorsorgePro recht geben - die Kostenunterschiede sind heftig.
Aber eins vergessen viele: Die Performance-Zahlen der Mischfonds sind oft nach Kosten, die ETF-Benchmark-Renditen meist vor Kosten. Das macht Vergleiche schwierig.
Ich rechne inzwischen grundsätzlich mit 1% weniger Rendite als die historischen ETF-Zahlen suggierieren. Dann bin ich auf der sicheren Seite und wenn's besser läuft, freue ich mich.
Du hast einen wichtigen Punkt angesprochen. Die Standard-Renditerechner vernachlässigen tatsächlich oft die Kostenstruktur.
Aus meiner langjährigen Erfahrung würde ich empfehlen:
1. Finanztip-Rechner für eine erste Orientierung - berücksichtigt zumindest die groben Kosten
2. Portfolioperformance (kostenlose Software) für detaillierte Simulationen
3. Monte-Carlo-Simulationen für realistische Bandbreiten
Bei der Bewertung des Komfort-Aufschlags sollten Sie auch Ihre verfügbare Zeit berücksichtigen. Rebalancing 2x jährlich bedeutet etwa 2-3 Stunden Aufwand pro Jahr. Wenn Sie das mit Ihrem Stundensatz bewerten, relativiert sich der Kostenvorteil manchmal.
Mischfonds haben übrigens oft eine andere Risikoverteilung als ein simpler ETF-Mix - das sollte in der Vergleichsrechnung auch berücksichtigt werden.
Hi!
Ich hab letztens ähnliche Vergleiche gemacht und bin zum gleichen Schluss gekommen. Die Rechner der Banken sind oft geschönt.
Was mir aufgefallen ist: Viele vergessen bei ETF-Portfolios die Währungsrisiken und die höhere Volatilität. Mischfonds haben meist eine professionellere Absicherung. Bei meinen Berechnungen für die Urlaubszeit-Planung hab ich gemerkt, dass das schon ins Gewicht fallen kann.
Trotzdem: Auf lange Sicht sind die Kostenunterschiede einfach zu krass. Ich werd's mit einem ETF-Mix probieren und das Rebalancing in den Sommerurlaub legen - dann hab ich eh mehr Zeit dafür 😉
Moin ETFSparplan47,
da bin ich vor ein paar Monaten auch drüber gestolpert, als ich meine Beitragspflicht als Selbständiger geklärt hatte.
Die meisten Online-Rechner sind ehrlich gesagt Schrott, weil sie die Kosten nicht richtig abbilden. Ich nutze eine Excel-Tabelle, die ich mir selbst zusammengebastelt habe. Da kann ich die echten TER-Kosten, Rebalancing-Gebühren (ca. 2x pro Jahr à 5€ bei meinem Broker) und sogar die Tracking-Differenz der ETFs einpflegen.
Bei einem 30-jährigen Horizont macht der Kostenunterschied zwischen 0,3% (ETF-Mix) und 1,5% (Mischfonds) locker 40-50.000€ aus. Der "Komfort" ist mir persönlich nicht so viel wert.
Falls du Interesse hast, kann ich dir meine Tabelle mal schicken. Ist natürlich alles ohne Gewähr, aber realistischer als die Bank-Rechner.