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Rebalancing-Kosten in Renditeberechnung oft vergessen - Tipps?

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Frank_78
Beiträge: 30
Themenstarter
(@frank_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#45]

Hallo zusammen,

ich plane gerade intensiver für das Altersvorsorgedepot 2027 und sitze bei dem schönen Wetter draußen auf der Terrasse mit meinen Exceltabellen – nutze die Urlaubszeit sinnvoll 😉

Mein Problem: Ich habe mehrere Renditerechner ausprobiert und bin immer wieder über einen blinden Fleck gestolpert. Keiner der Rechner, die ich bisher kenne, berücksichtigt automatisch die Kosten, die beim Rebalancing entstehen. Ich habe ein geplantes Portfolio aus drei ETFs (Welt, EM, Anleihen) mit einer Zielaufteilung 60/20/20. Rebalancing würde ich einmal jährlich machen.

Nun frage ich mich: Wie rechne ich das vernünftig mit ein? Konkret:
- Entstehen beim Rebalancing im Altersvorsorgedepot Transaktionskosten, die ich schätzen muss?
- Gibt es Rechner oder Exceltemplates, die das abbilden können?
- Und was ist mit dem steuerlichen Aspekt – wenn ich im AVD Anteile verkaufe um umzuschichten, fällt da was an oder ist das im Depot steuerneutral?

Bei langen Laufzeiten von 20-25 Jahren kann das ja durchaus einen spürbaren Unterschied machen, selbst wenn es pro Rebalancing nur kleine Kosten sind. Ich will das nicht einfach ignorieren.

Hat jemand das schon mal sauber modelliert? Freue mich über jeden Hinweis.


3 Antworten
H.Bergmann65
Beiträge: 1
(@h-bergmann65)
New Member
Beigetreten: Vor 7 Tagen

Guten Tag Frank_78,

die Frage ist durchaus berechtigt und wird tatsächlich häufig übersehen. Ich habe mich mit ähnlichen Überlegungen schon länger beschäftigt, auch im Zusammenhang mit Risikomanagement – dazu hatte ich übrigens in diesem Thread zum Thema Kapitalgarantie einiges geschrieben.

Zum Kern Ihrer Frage: Die Transaktionskosten beim Rebalancing hängen stark vom Anbieter ab. Viele Direktbroker arbeiten mit pauschalen Ordergebühren oder prozentualen Kosten. Wenn man grob mit 2-4 Transaktionen pro Jahr rechnet und jeweils 3-10 Euro ansetzt, ist das bei einem Depot von 50.000 Euro vernachlässigbar, bei 10.000 Euro aber relativ gesehen nicht mehr ganz trivial.

Für die steuerliche Seite im Altersvorsorgedepot 2027 gilt nach aktuellem Planungsstand: Umschichtungen innerhalb des Depots sollen steuerneutral möglich sein – das ist ja einer der wesentlichen Vorteile gegenüber einem normalen Depot. Das bedeutet, Rebalancing durch Verkauf und Kauf verursacht dort keine Kapitalertragsteuer wie sonst.

Ein Exceltemplate, das ich dafür sauber aufgebaut habe: Feste Zeile pro Jahr mit simulierten Rebalancing-Kosten (Pauschalannahme), die vom Endkapital abgezogen werden. Simpel, aber ehrlicher als nichts.


Antwort
Max-Bauer
Beiträge: 3
(@max-bauer)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hey Frank, guter Punkt. Das vergessen tatsächlich viele.

Ich hab mich mit ausschüttenden ETFs und Förderfragen beschäftigt (z.B. hier im Dividenden-Thread) – da zeigt sich schon, dass viele Rechner einfach zu simpel sind.

Mein Tipp fürs Modellieren: Nimm einen angenommenen Rebalancing-Aufwand von z.B. 0,05-0,1% des Depotwertes pro Jahr als pauschalen Kostenpuffer. Das deckt in den meisten Fällen realistische Transaktionsgebühren ab und ist einfach einzupflegen. Manche Leute machen das Rebalancing übrigens nur durch neue Einzahlungen (also gezielt den untergewichteten ETF besparen) – damit fallen gar keine Verkaufskosten an. Klappt allerdings nur so lange, wie die Abweichung noch überschaubar ist.

Zur Steuerfrage: H.Bergmann65 hat oben bereits korrekt beschrieben, dass Umschichtungen im AVD steuerneutral sein sollen. Das ist ein echter Vorteil, den man beim Vergleich mit normalem Depot ruhig sauber herausarbeiten sollte – da frisst die Abgeltungssteuer beim Rebalancing sonst ordentlich rein.


Antwort
Kritiker_77
Beiträge: 24
(@kritiker_77)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich geb mal den Spielverderber: Bei den meisten Privatanlegern mit einem ETF-Sparplan fürs Alter ist Rebalancing ein akademisches Problem. Wenn du konsequent nachkaufst, brauchst du in den ersten 10-15 Jahren kaum zu verkaufen. Und die Kosten, die dabei entstehen, sind im Rauschen der Marktvolatilität kaum messbar. Ich finde es manchmal etwas übertrieben, wie genau Leute sowas modellieren wollen, während die grundlegenden Annahmen zur Rendite (7% p.a.?) schon wackelig sind. Erst die großen Hebel im Griff haben, dann die kleinen.


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