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Rohstoffinvestments bei hoher Inflation - Erfahrungen gesucht

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JuliaK82
Beiträge: 4
Themenstarter
(@juliak82)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#99]

Hallo zusammen,

ich plane gerade, mein zukünftiges Altersvorsorgedepot ab 2027 möglichst inflationsresistent aufzustellen. Hintergrund: Ich habe in den letzten Jahren hautnah miterlebt, wie meine klassischen Sparprodukte real an Wert verloren haben – das war keine angenehme Erfahrung.

Jetzt lese ich überall, dass Rohstoffe als Inflationsschutz gelten, aber die konkreten Erfahrungen fehlen mir. Mich interessiert vor allem: Wie haben sich Rohstoffinvestments bei euch persönlich während der Inflationsphasen der letzten Jahre verhalten? Haben sie wirklich als Puffer gewirkt, oder war das mehr Theorie?

Ich denke konkret an einen kleinen Rohstoffanteil im Depot – vielleicht 10-15% – aber ich bin unsicher, ob das für eine langfristige Altersvorsorge Sinn macht oder ob die Volatilität das wieder zunichte macht.

Noch dazu: Gibt es Rohstoffkategorien, die bei Inflation stabiler laufen als andere? Nicht Gold/Silber (das wurde hier glaube ich schon ausreichend diskutiert), eher so Richtung Industrierohstoffe oder breite Rohstoff-ETFs.

Bin über jeden Erfahrungsbericht dankbar – wir sitzen hier ja alle im selben Boot und bereiten uns auf den Start 2027 vor. Im Sommer hat man ja etwas mehr Zeit zum Recherchieren, also nutze ich das gerade intensiv.

Viele Grüße
Julia


5 Antworten
VorsorgePro58
Beiträge: 36
(@vorsorgepro58)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hallo Julia,

interessante Frage, ich hab mich damit auch intensiver beschäftigt – unter anderem weil ich gerade meinen Riester-Vertrag aufgelöst habe und neu aufstellen will.

Meine Erfahrung aus 2021-2023: Breite Rohstoff-ETFs (ich hatte zeitweise den iShares Diversified Commodity Swap im Blick) haben in der Hochinflationsphase tatsächlich ordentlich mitgehalten – zum Teil besser als Aktien. Das Problem ist aber: Die Korrelation ist nicht konstant. Es gibt Phasen, wo Rohstoffe fallen obwohl Inflation steigt, weil die Märkte auf Nachfragerückgang wetten.

Für die Altersvorsorge würde ich das so sehen: 10-15% breiter Rohstoff-Mix als Beimischung ist vertretbar, aber bitte nicht als Hauptschutz gegen Inflation planen. Der Rollverlust bei Futures-basierten ETFs ist ein echter Kostenfaktor über lange Zeiträume – das sollte man im Blick haben.

Industrierohstoffe wie Kupfer hängen stark am globalen Wachstum, das ist bei hoher Inflation oft trügerisch. Agrar war 2022 ein guter Puffer, aber auch sehr volatil.

Kurz: Als Beimischung ja, als Inflationsversicherung würde ich da keine zu großen Erwartungen reinlegen.


Antwort
Monika67
Beiträge: 9
(@monika67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Also ich bin da ehrlich gesagt nicht so tief drin wie die anderen hier. Ich investiere lieber monatlich und einfach – hab das ja auch im Einzahlungs-Thread mal geschrieben.

Aber zu Inflation und Rohstoffe kann ich soviel sagen: Als 2022 alles teurer wurde, hab ich kurz überlegt ob ich sowas kaufe. Hab's dann gelassen weil mir das zu kompliziert war mit den ganzen ETF-Typen.

Wenn du dir nicht sicher bist, würde ich klein anfangen. 5% im Depot zum testen, und dann schauen wie du damit umgehst wenn's mal 20% runtergeht. Denn das passiert bei Rohstoffen auch schnell.


Antwort
Lisa-Weber
Beiträge: 30
(@lisa-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich muss ehrlich sagen – ich bin bei Rohstoffen im Altersvorsorgedepot eher skeptisch. Nicht weil sie prinzipiell schlecht wären, sondern weil die steuerliche Behandlung im neuen Depot noch so viele offene Fragen hat.

Ich hab mich zuletzt viel mit den Förderregeln beschäftigt (z.B. im Kontext von Beitragsänderungen), und da merkt man: Das Regelwerk ist komplex. Bei Rohstoff-ETFs kommen noch Swap-Strukturen, Domizile, mögliche ausländische Quellensteuer etc. dazu. Das kann bei der Auszahlungsbesteuerung unangenehme Überraschungen geben.

Zu deiner eigentlichen Frage: In der Inflationsphase 2021-2023 haben breite Rohstoff-Indizes gut performt, aber ab 2023 dann wieder deutlich nachgegeben. Wer zu spät eingestiegen ist, hat unterm Strich nicht viel gewonnen. Das zeigt eigentlich ganz gut, dass Rohstoffe als Market-Timing-Instrument funktionieren würden – was für eine Altersvorsorge ja denkbar ungeeignet ist.

Als dauerhafter kleiner Depotbestandteil ohne aktives Umschichten: vielleicht okay. Aber ich würde das sehr nüchtern angehen.


Antwort
TechMike_92
Beiträge: 23
(@techmike_92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich seh das ein bisschen anders als VorsorgePro58 – finde den Rollverlust-Punkt zwar richtig, aber der wird manchmal überdramatisiert.

Bei Backwardation-Märkten (wenn kurzfristige Futures teurer sind als langfristige) dreht sich das Ding sogar um. 2021/22 war Energierohstoffe z.B. oft in Backwardation, da haben Rohstoff-ETFs sogar positiven Roll-Yield gemacht.

Ich beschäftige mich seit dem ETF-Anfänger-Thread hier intensiv damit wie man das Depot nicht zu komplex macht. Für Rohstoffe würde ich maximal einen breit diversifizierten Index nehmen – Bloomberg Commodity oder BCOM, nicht zu sektor-spezifisch. Und wirklich nur als kleine Beimischung.

Für das Altersvorsorgedepot 2027 ist halt noch unklar welche ETFs alle zugelassen sind, das macht konkrete Planung grad schwer.


Antwort
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