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Warum ETFs wenn Sparbuch seit 30 Jahren zuverlässig 1-2% bringt?

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S.Bergmann
Beiträge: 27
Themenstarter
(@s-bergmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#2]

Hallo zusammen,

ich lese hier immer wieder, dass alle zu ETFs raten für die Altersvorsorge. Aber ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum. Mein Sparbuch bei der Sparkasse läuft seit 30 Jahren konstant mit 1-2% Zinsen, mal etwas mehr mal etwas weniger, aber nie Verluste. Das ist doch viel sicherer als diese Aktienfonds?

Ich bin jetzt 58 und hab über die Jahre so um die 85.000 Euro angespart. Klar, reich wird man damit nicht, aber es ist halt sicher. Bei ETFs kann man doch auch mal 20-30% verlieren, hab ich gelesen. Das wäre für mich ein Albtraum, wenn plötzlich ein Großteil meiner Ersparnisse weg ist.

Meine Nachbarin meinte letztens auch, ihr Mann hätte 2008 mit Aktien viel Geld verloren. Sowas will ich nicht erleben. Warum soll ich das Risiko eingehen, wenn mein bewährtes System funktioniert?

Versteht mich nicht falsch, ich will schon das Beste für meine Rente rausholen. Aber Sicherheit geht vor. Oder übersehe ich da etwas? Die Inflation ist ja momentan auch wieder höher, aber das geht auch wieder vorbei.

Was meint ihr dazu?


3 Antworten
Thomas-Berger
Beiträge: 20
(@thomas-berger)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hallo S.Bergmann,

deine Bedenken kann ich gut verstehen, ging mir früher genauso. Das Problem beim Sparbuch ist aber die Inflation. Wenn du 30 Jahre lang 1-2% Zinsen bekommst, aber die Inflation im Schnitt bei 2-3% liegt, verlierst du real an Kaufkraft.

Ein Beispiel: Was vor 30 Jahren 1.000 Euro gekostet hat, kostet heute etwa 2.000 Euro. Dein Sparbuch hätte aus 1.000 Euro vielleicht 1.800 Euro gemacht - real hast du also Geld verloren.

ETFs sind natürlich volatiler, keine Frage. Aber über längere Zeiträume haben Aktienmärkte historisch immer positive Renditen gebracht. Selbst wer 2008 vor der Krise gekauft hat, war 2012 wieder im Plus. Mit 58 hast du ja noch mindestens 9 Jahre bis zur Rente.

Eine Mischung könnte für dich sinnvoll sein: Einen Teil sicher anlegen (Tagesgeld, Festgeld) und einen Teil in breit gestreute ETFs. So hast du Sicherheit und trotzdem Inflationsschutz.


Antwort
Gerhard_1951
Beiträge: 53
(@gerhard_1951)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Lieber Herr Bergmann,

ich bin 73 und kann Ihre Sichtweise sehr gut nachvollziehen. Sicherheit ist wichtig, vor allem in unserem Alter. Trotzdem muss ich Thomas-Berger recht geben - die Inflation ist der heimliche Vermögensvernichter.

Ich selbst bin erst vor 10 Jahren zu ETFs gewechselt, nachdem mein Bankberater ehrlich zugegeben hat, dass die niedrigen Zinsen wohl noch lange bleiben. War anfangs auch skeptisch, aber es hat sich gelohnt.

Mein Tipp: Fangen Sie klein an. Vielleicht 20% Ihres Vermögens in einen MSCI World ETF, den Rest sicher. Wenn Sie sich daran gewöhnt haben und sehen, wie es läuft, können Sie immer noch nachjustieren. Mit 58 haben Sie noch genug Zeit, auch mal einen Crash auszusitzen.

Und gerade jetzt im Frühling, wo man wieder mehr Energie hat nach dem langen Winter, ist ein guter Zeitpunkt für neue Projekte - auch beim Vermögensaufbau.


Antwort
VorsorgePro58
Beiträge: 36
(@vorsorgepro58)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Die beiden Vorredner haben die wichtigsten Punkte schon genannt. Ergänzend noch: Ihr Sparbuch bringt nominal 1-2%, aber real bei 3% Inflation sind das -1 bis -2% pro Jahr. Über 30 Jahre summiert sich das gewaltig.

ETFs auf den MSCI World haben seit 1970 durchschnittlich 7-8% pro Jahr gebracht. Selbst nach Inflation bleiben 4-5% real. Das ist der Unterschied zwischen Vermögenserhalt und Vermögensaufbau.

Risiko lässt sich durch Diversifikation und Zeit reduzieren. Bei 9+ Jahren bis zur Rente können Sie noch antizyklisch agieren. Wichtig: Nicht alles auf einmal, sondern per Sparplan über 2-3 Jahre verteilen.


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