Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor der Entscheidung, ob ich mein altes Sparbuch bei der Sparkasse auflösen und das Geld auf ein Tagesgeldkonto umschichten soll – mit Blick auf das neue Altersvorsorgedepot 2027.
Hintergrund: Ich habe seit Jahren ein normales Sparbuch mit aktuell so um die 0,3% Zinsen. Eine befreundete Kollegin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass manche Tagesgeldkonten aktuell noch 3% oder mehr bieten, zumindest für Neukunden. Ich dachte bisher immer, Sparbuch ist Sparbuch, das bleibt man treu – aber langsam frage ich mich, ob das wirklich noch zeitgemäß ist.
Meine Fragen:
- Was muss ich bei der Kündigung eines Sparbuchs konkret beachten? Gibt es Fristen oder Kosten, die ich übersehe?
- Wie läuft das praktisch ab, wenn ich z.B. 8.000€ vom Sparbuch auf ein neues Tagesgeldkonto übertrage?
- Hat das Auswirkungen darauf, was ich später ins Altersvorsorgedepot 2027 einzahlen kann oder wie ich es nutze?
Ich bin ehrlich gesagt kein großer Bankenfan und kenne mich mit solchen Umstrukturierungen wenig aus. Der Sommer macht das Ganze ein bisschen einfacher, weil ich gerade etwas mehr Zeit habe als sonst – Urlaub steht erst Ende Juli an.
Bin für jeden Hinweis dankbar.
Markus
Hi Markus,
kurz zum Ablauf: Sparbücher haben in der Regel eine gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten – allerdings nur für Beträge über 2.000€ pro Monat, die du abhebt. Bis zu 2.000€ im Monat kannst du in der Regel ohne Frist abbuchen. Wenn du aber alles auf einmal auflösen willst, solltest du vorher bei deiner Sparkasse nachfragen, ob sie eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen – die meisten tun das nicht mehr, aber prüfen lohnt sich.
Zum Altersvorsorgedepot 2027: Das Geld auf dem Tagesgeldkonto hat erstmal keinen direkten Einfluss auf deine Einzahlungsoptionen. Du kannst das als Parkposition nutzen, bevor du ab 2027 regelmäßige Beiträge ins eigentliche Depot einzahlst. Ich hab das auch so für mich durchgedacht – ich plane, einen Teil als Liquiditätspuffer auf Tagesgeld zu lassen und den Rest aktiv zu investieren.
Ich hatte das Thema ETFs vs. Sparbuch auch schon aus einem anderen Winkel beleuchtet, siehe Wann lohnt sich der Wechsel von Riester? – da geht's zwar um Riester, aber die Überlegung zur Umschichtung ist ähnlich.
Kurzes Fazit: Der Wechsel lohnt sich bei 8.000€ und 3% vs. 0,3% rechnerisch eindeutig. Nur die Neukunden-Zinsen solltest du im Blick behalten – die gelten oft nur 6-12 Monate.
Ehrlich gesagt hab ich das vor ein paar Monaten genau so durchgezogen. Sparbuch zu, Tagesgeld auf. War weniger kompliziert als gedacht, der ganze Papierkram hat mich einen Nachmittag gekostet. Das Sparbuchheft nicht vergessen mitzubringen, wie S.Bergmann schreibt – das ist tatsächlich wichtig.
Ich würde das aus etwas anderer Perspektive sehen als CodeInvestor oben. Der Wechsel selbst ist sinnvoll, da stimme ich zu. Aber ich rate dazu, sich vorher ganz genau anzuschauen, was nach der Neukundenphase passiert. Ich hab mich für den Thread zu neuen Anbietern fürs Altersvorsorgedepot schon etwas damit beschäftigt – einige Institute bewerben sich gerade aktiv als zukünftige Depotanbieter und bieten parallel attraktive Tagesgeldkonditionen an, weil sie Kunden gewinnen wollen.
Mein Tipp: Prüf konkret, ob der Anbieter, zu dem du wechselst, auch als Depotanbieter für das Altersvorsorgedepot 2027 in Frage kommt. Es könnte langfristig einfacher sein, beides bei einem Haus zu halten – muss aber nicht.
Zur Kündigungsfrist: CodeInvestor hat das korrekt beschrieben. Ich ergänze noch, dass du das Sparbuchheft physisch abgeben musst, das wird oft vergessen. Klingt banal, aber manche Sparkassen bestehen darauf.