Guten Tag zusammen,
ich bin jetzt 74 Jahre alt und schaue mir das neue Altersvorsorgedepot für 2027 schon mal von weitem an, auch wenn ich selbst wahrscheinlich nicht mehr so viel davon haben werde. Aber mein Sohn interessiert sich sehr dafür und ich versuche mitzudenken und ihm nützlich zu sein.
Nun zu meiner eigentlichen Frage: Ich vergleiche gerade Online-Tagesgeld bei Direktbanken mit dem klassischen Sparbuch bei einer Filialbank. Ich meine jetzt nicht die Sicherheit der Einlage – das wurde hier schon woanders erklärt – sondern eher die ganz praktische Seite.
Beim Sparbuch gehe ich in die Filiale, spreche mit jemandem, bekomme ein Büchlein und weiß genau was Sache ist. Beim Online-Tagesgeld muss man das alles am Computer machen. Ich selbst bin da nicht so firm, aber mein Sohn schon.
Mich interessiert konkret: Gibt es beim Online-Tagesgeld irgendwelche praktischen Nachteile gegenüber dem Filialsparbuch, die man nicht sofort sieht? Zum Beispiel bei Verfügbarkeit, Kündigung, Flexibilität? Und umgekehrt – was spricht wirklich für Online außer dem Zins?
Wir haben jetzt Sommerurlaub geplant und wollen die Zeit nutzen, um Finanzfragen in Ruhe anzugehen. Über sachliche Hinweise wäre ich sehr dankbar.
Hallo Heinrich_1952,
schön dass Sie sich das trotzdem anschauen – das ist vorbildlich.
Zum praktischen Vergleich: Das Online-Tagesgeld hat gegenüber dem Filialsparbuch tatsächlich einen unterschätzten Vorteil bei der Flexibilität. Beim klassischen Sparbuch gibt es oft eine dreimonatige Kündigungsfrist, wenn man mehr als 2.000 Euro pro Monat abheben möchte – das steht gerne im Kleingedruckten. Beim Tagesgeld ist das Geld in der Regel täglich verfügbar, ohne solche Hürden.
Nachteile beim Online-Tagesgeld: Man braucht ein Referenzkonto (also ein normales Girokonto), auf das das Geld überwiesen wird. Das dauert manchmal 1-2 Werktage. Man kann nicht einfach in die Filiale und Bargeld mitnehmen. Für jemanden der online firm ist, kein Problem – aber das sollte man wissen.
Was das Altersvorsorgedepot 2027 angeht: Ich hab mich in einem anderen Thread schon zur grundsätzlichen Unsicherheit beim Start geäußert (Politikwechsel vor Altersvorsorgedepot-Start: Wird das 2027 überhaupt noch was?), aber für den liquiden Puffer darum herum ist das Tagesgeld aus meiner Sicht klar vorne – wenn man online zurechtkommt. Für Ihren Sohn also vermutlich die bessere Wahl.
Da hat VorsorgeFuchs28 eigentlich schon das Wesentliche gesagt. Ich seh das ähnlich, aber würd noch ergänzen: Sparbuch ist halt Relikt aus nem anderen Zeitalter. Die Zinsen sind an Filialbanken strukturell niedriger weil die einfach mehr Overheadkosten haben. Wer online-affin ist, nimmt Tagesgeld, Punkt. Für Ihren Sohn gibts da keine rationale Begründung fürs Sparbuch.