Hallo zusammen,
ich mache mir gerade während der ruhigeren Sommerzeit Gedanken darüber, bei welchem Anbieter ich ab 2027 mein gefördertes Altersvorsorgedepot führen möchte. Konkret geht es mir um die Frage Direktbank versus klassische Filialbank – speziell im Hinblick auf ETF-Sparpläne.
Meine Hausbank (eine regionale Volksbank) hat mir signalisiert, dass sie das neue Altersvorsorgedepot anbieten wird. Die kennen mich seit Jahren, und der Berater ist eigentlich ganz in Ordnung. Allerdings frage ich mich, ob die ETF-Auswahl dort am Ende wirklich so breit ist wie bei einer Direktbank, und ob die Sparplankosten vergleichbar sind.
Bei Direktbanken wie comdirect oder ING sehe ich auf den ersten Blick deutlich mehr ETF-Auswahl und scheinbar günstigere Ausführungsgebühren. Aber ich bin kein Technikfreak – ich will keinen Support über Chat-Bot, wenn irgendwas mit meiner Altersvorsorge nicht stimmt.
Fragen, die mich konkret beschäftigen:
- Welche ETF-Auswahl ist für ein Altersvorsorgedepot realistisch notwendig?
- Haben Filialbanken beim neuen Depot regulatorisch dieselben Bedingungen wie Direktbanken?
- Lohnt sich der Wechsel weg von der Hausbank wirklich, oder überschätze ich den Kostenvorteil?
Für sachliche Einschätzungen wäre ich sehr dankbar. Mir geht es weniger um Renditeoptimierung bis auf den letzten Basispunkt, sondern um eine solide, verlässliche Lösung für die nächsten 15 bis 20 Jahre.
Viele Grüße
RentenPro47
Ich seh das ein bisschen anders als Klaus-Hartmann. Die 'überschaubaren' Kostennachteile bei Filialbanken addieren sich über 15-20 Jahre schon erheblich – und das gilt nicht nur für die Ausführungsgebühr. Filialbanken verdienen oft auch über teurere hauseigene ETF-Varianten oder höhere Depotgebühren, die man auf den ersten Blick nicht sofort sieht. Da sollte man wirklich die Gesamtkostenstruktur vergleichen und nicht nur die Sparplangebühr.
Was die Betreuung angeht: Ich verstehe deinen Wunsch nach einem echten Ansprechpartner. Aber bei einem langfristigen ETF-Sparplan passiert im Grunde wenig, was du nicht selbst über eine App oder Weboberfläche klären könntest. Nachkaufen, Betrag anpassen, Rebalancing – das läuft bei Direktbanken stabil und ohne Beratungstermin.
Mein Rat: Hol dir von der Volksbank ein konkretes Angebot mit allen Kosten auf Papier und vergleich das mit comdirect oder ING. Zahlen lügen weniger als Beraterversprechen.
Ich war auch lange bei meiner Hausbank und hab erst durch den Vergleich gemerkt wieviel ich unnötig gezahlt hab. Bin inzwischen weg. Für ein Altersvorsorgedepot würde ich ehrlich gesagt nicht bei einer Filialbank bleiben, ausser der Unterschied ist wirklich minimal.
Ich hab mich mit dem Thema ETF-Auswahl schon etwas beschäftigt, unter anderem im Thread Erste ETF-Auswahl nach Depoteröffnung 2027 - wie richtig beginnen? – da ging es genau darum, was man eigentlich wirklich braucht.
Kurz gesagt: Für ein solides Altersvorsorgedepot reichen 2-3 breit gestreute ETFs völlig aus, ein MSCI World oder FTSE All-World und eventuell ein Emerging Markets. Die Volksbank wird diese Standardprodukte höchstwahrscheinlich auch anbieten, aber die Auswahl darüber hinaus ist bei Filialbanken erfahrungsgemäß deutlich eingeschränkt.
Beim Kostenpunkt würde ich aber nicht übertreiben. Wenn die Volksbank beispielsweise 0,5% Ausführungsgebühr nimmt und du monatlich 200 Euro einzahlst, sind das 1 Euro pro Monat mehr als bei einer Direktbank. Über 20 Jahre summiert sich das, ja – aber der Betrag ist überschaubar, solange keine überteuerten hauseigenen Fonds ins Spiel kommen.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen für das Altersvorsorgedepot sind gesetzlich einheitlich, da macht der Anbietertyp keinen Unterschied. Was sich unterscheidet, ist das Produktangebot und die Konditionen – und da liegt die Direktbank in der Regel vorn.