Hallo zusammen,
als Rentner (74 Jahre) plane ich, das neue Altersvorsorgedepot ab Januar für meinen Enkel zu nutzen. Ich möchte ihm bereits zum Start ins Berufsleben etwas aufbauen - er wird dann 18 und beginnt seine Ausbildung.
Meine Frage: Wie richte ich einen ETF-Sparplan richtig ein, wenn das Depot neu startet? Ich kenne mich mit Aktien aus den 80ern aus, aber ETFs sind für mich noch Neuland. Soll ich gleich im Januar mit der monatlichen Einzahlung beginnen oder erst mal abwarten, wie sich das System einspielt?
Besonders beschäftigt mich: Welche ETF-Kategorien sind sinnvoll für einen 30-40 Jahre Anlagehorizont? Ich denke an einen Welt-ETF als Basis, aber braucht es noch andere Bausteine?
Und noch eine praktische Frage: Kann ich den Sparplan auch über mehrere Monate im Sommer pausieren? Falls wir länger verreisen oder andere Ausgaben haben, möchte ich flexibel bleiben.
Vielen Dank für eure Erfahrungen und Tipps!
Heinrich
Hallo Heinrich,
als jemand der sich schon länger mit ETFs beschäftigt: Für den Enkel mit so langem Anlagehorizont würde ich definitiv mit einem breiten World-ETF starten. MSCI World oder FTSE All-World sind bewährte Klassiker.
Wegen der MiFID II Problematik wird die ETF-Auswahl eh eingeschränkt sein, aber die großen Anbieter haben sich sicher darauf vorbereitet.
Mein Tipp: Erstmal mit einer kleineren Rate anfangen (50-100€) und schauen wie das System läuft. Die Pausenfunktion ist bei den meisten Anbietern standard - gerade im Sommer macht das Sinn wenn andere Ausgaben anstehen.
Für die langfristige Strategie: 70-80% World-ETF, Rest vielleicht Emerging Markets dazu. Aber erstmal klein beginnen und Erfahrungen sammeln!
Sehr vernünftige Herangehensweise, Heinrich!
Ich würde empfehlen: Beginnen Sie im Januar mit einer überschaubaren monatlichen Rate. 100-150 Euro sind ein guter Start. Das Altersvorsorgedepot wird sicherlich Anlaufschwierigkeiten haben - da ist es klug, nicht gleich mit Maximalbeiträgen zu starten.
Bei der ETF-Auswahl: Ein MSCI World ACWI (All Country World Index) deckt bereits Industrie- und Schwellenländer ab. Das ist für den Anfang völlig ausreichend. Später können Sie bei Bedarf einen separaten Emerging Markets ETF hinzufügen.
Zur Pausierung: Ja, das sollte problemlos möglich sein. Planen Sie ruhig Sommerpausen ein - bei 30+ Jahren Laufzeit fallen ein paar Monate nicht ins Gewicht.
Wichtig: Dokumentieren Sie alle Schritte gut für Ihren Enkel, damit er später selbst übernehmen kann.
Heinrich, grundsätzlich guter Plan für den Enkel!
Aus meiner Sicht als erfahrener Anleger: Starten Sie tatsächlich klein und beobachten das neue System. Die Einrichtung wird vermutlich nicht ganz reibungslos laufen.
ETF-mäßig für junge Leute: 70% MSCI World, 20% Emerging Markets, 10% Small Cap für etwas mehr Rendite-Potenzial. Das ist eine solide Basis für 30+ Jahre.
Zu den Kosten: Achten Sie auf die Gesamtkosten! Nicht nur die ETF-TER, sondern auch Depotgebühren und Ausführungskosten. Bei versteckten Kosten sollte man genau hinschauen.
Sommerpausen sind kein Problem - wichtiger ist die Kontinuität über Jahre hinweg.
Heinrich, ich hab da ehrlich gesagt meine Zweifel...
Erst wird uns 2027 eine eingeschränkte ETF-Auswahl präsentiert, dann kommen noch die üblichen Kinderkrankheiten neuer Systeme dazu. Wie hier schon diskutiert, ist die ETF-Palette sowieso begrenzt.
Mein Rat: Warten Sie die ersten Monate ab und schauen Sie, was andere für Erfahrungen machen. Die großen Anbieter werden eh erstmal ihre Standard-ETFs pushen.
Und seien Sie vorsichtig mit Pausen - die Förderung könnte an regelmäßige Einzahlungen gekoppelt sein. Das Kleingedruckte wird zeigen, ob Sommerpausen wirklich ohne Nachteile möglich sind.