Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade in meiner Urlaubsvorbereitung – eigentlich wollte ich nur schnell die Koffer packen, aber dann hab ich doch wieder angefangen, mein geplantes Depot für 2027 durchzudenken.
Meine konkrete Frage geht ums Rebalancing: Ich lese überall, dass man sein Portfolio regelmäßig umschichten sollte, damit die ursprüngliche Aufteilung erhalten bleibt. Aber wie geht man das eigentlich praktisch an?
Option A wäre ein festes Intervall, also z.B. einmal pro Jahr im Januar oder so. Option B wäre, erst dann umzuschichten, wenn eine bestimmte Abweichung vom Ziel-Mix erreicht ist – sagen wir 5% oder 10%. Ich hab auch irgendwo gelesen, dass man beides kombinieren kann, also z.B. einmal jährlich prüfen und nur dann eingreifen wenn die Abweichung groß genug ist.
Was spricht für welche Methode? Und noch wichtiger: Macht das beim neuen Altersdepot 2027 steuerlich einen Unterschied? Ich gehe davon aus, dass Umschichtungen innerhalb des Depots steuerneutral sind, aber ich bin mir nicht 100% sicher ob das wirklich so gilt.
Außerdem: Wenn ich durch neue Sparraten rebalance (also einfach mehr in die untergewichteten Positionen einzahlen) statt zu verkaufen – ist das die bessere Strategie oder hat das auch Nachteile?
Freue mich auf eure Einschätzungen!
Steuerneutral innerhalb des Depots – das stimmt soweit ich weiß. Ist ja einer der Hauptvorteile des neuen Modells gegenüber nem normalen Depot. Trotzdem würd ich das schriftlich vom Anbieter bestätigen lassen bevor ich mich drauf verlasse, die Gesetzestexte sind manchmal anders formuliert als man denkt.
Ich seh das ein bisschen anders als Werner oben.
Die Schwellenwert-Methode klingt gut in der Theorie, aber in der Praxis muss man dann regelmäßig nachschauen ob der Schwellenwert erreicht ist – und das macht viele Leute nervöser als nötig. Ich hab bei meinen normalen ETF-Sparplänen gemerkt: je öfter ich reinschaue, desto eher reagiert man emotional auf Kursschwankungen. Das ist kontraproduktiv bei einem Langfristdepot.
Mein Ansatz für das Altersdepot 2027 wird deshalb simpel sein: einmal jährlich, fester Termin, fertig. Kein ständiges Monitoren, kein "ist die 5%-Grenze jetzt erreicht oder nicht". Das spart auch Transaktionskosten, falls der Anbieter welche berechnet – und wie ich im Thread zu den Verwaltungskosten schon geschrieben hab, können sich da Unterschiede zwischen Anbietern über die Jahre wirklich summieren.
Zum Rebalancing über Sparraten: ja, mach das so lange es geht. Spart Reibungsverluste.
Ich hab mich mit dem Thema auch schon beschäftigt, gerade weil ich überlege wie ich das 2027 praktisch umsetzen will.
Die Kombination aus Zeit und Schwellenwert ist wissenschaftlich gut belegt – das sogenannte "tolerance band rebalancing" zeigt in Studien bessere Ergebnisse als reine Kalendermethode. Aber mal ehrlich: Der Unterschied zwischen den Methoden ist bei einem typischen Privatanleger-Depot über 30 Jahre wahrscheinlich kleiner als viele denken. Viel wichtiger ist, dass man überhaupt eine Methode hat und die dann auch durchhält.
Was ich noch ergänzen wollte: Das Rebalancing über neue Sparraten funktioniert wirklich gut, hat aber eine Grenze. Wenn dein Depot z.B. 50.000 Euro groß ist und du monatlich 200 Euro einzahlst, dann sind die Sparraten zu klein um starke Drifts auszugleichen. Irgendwann muss man also verkaufen.
Und ja, innerhalb des Altersdepots 2027 sollten Umschichtungen steuerneutral sein – das ist der Grundgedanke des Konstrukts. Wie ich aber im Thread zur Beratungsqualität schon angesprochen hab: Nicht jeder Anbieter kommuniziert das gleich klar, also lieber nochmal nachhaken.
Gute Frage, die ich mir beim Thema Kostendeckel auch schon gestellt habe – denn Rebalancing kann je nach Anbieter unterschiedlich viel kosten, das sollte man im Blick haben.
Zur Methode: Ich halte die Kombination aus Kalender und Schwellenwert für die sinnvollste Variante. Also: einmal jährlich schauen, aber nur eingreifen wenn die Abweichung z.B. 5 Prozentpunkte übersteigt. Damit vermeidet man unnötige Transaktionen in ruhigen Jahren, reagiert aber trotzdem wenn's wirklich nötig ist.
Zur Steuerfrage: Soweit ich das Reformgesetz verstehe, sind Umschichtungen innerhalb des geförderten Altersdepots tatsächlich steuerneutral, solange das Geld im Depot verbleibt. Die Besteuerung erfolgt erst bei der Auszahlung. Das ist einer der klaren Vorteile gegenüber einem normalen Wertpapierdepot – dort würden Verkäufe sofort Abgeltungssteuer auslösen. Ich würde das aber nochmal beim jeweiligen Anbieter bestätigen lassen, bevor man sich drauf verlässt.
Zum Rebalancing über Sparraten: Das ist tatsächlich die eleganteste Methode, solange dein Depot noch nicht zu groß ist und die Sparraten prozentual noch etwas bewegen können. Kein Verkauf, keine möglichen Kosten, kein Stress. Irgendwann reichen die Sparraten allein aber nicht mehr aus – dann kommt man um Verkäufe nicht herum.
Kurz: Ich würde mit Sparraten-Rebalancing starten und erst wenn das nicht mehr ausreicht auf die Kalender-plus-Schwellenwert-Methode wechseln. Hab das selbst auch so geplant.