Hey zusammen,
ich beschäftige mich gerade damit, was beim neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 alles zu beachten ist – und bin jetzt beim Thema Währungsrisiko hängengeblieben. Ich hab keine Ahnung wie ich das richtig einschätzen soll.
Also konkret: Wenn ich zum Beispiel in einen MSCI World ETF investiere, sind da ja massenhaft US-Aktien drin. Die Kurse werden in Dollar notiert, aber mein Depot wird in Euro geführt. Bedeutet das, dass wenn der Dollar gegenüber dem Euro schwächelt, ich automatisch weniger rauskriege – auch wenn die Aktien selbst im Kurs gestiegen sind? Das klingt irgendwie doppelt riskant.
Ich plane bisher, monatlich einen festen Betrag ins Altersdepot einzuzahlen, wahrscheinlich in einen oder zwei breit gestreute ETFs. Laufzeit wäre locker 30+ Jahre. Ist das Währungsrisiko bei so einem langen Horizont überhaupt relevant, oder gleicht sich das über die Zeit aus?
Hab auch gelesen, dass es "währungsgesicherte" ETFs gibt (Hedged-Varianten). Aber die kosten mehr, oder? Macht sowas für eine Altersvorsorge mit so langem Horizont Sinn?
Frage mich gerade ob ich das zu kompliziert denke oder ob das wirklich ein unterschätztes Risiko ist. Bin für jeden Input dankbar!
Gute Frage, hab mich damit auch schon beschäftigt – u.a. als ich überlegt hab ob das Depot für Berufseinsteiger überhaupt lohnt (mein Thread dazu: Mit 1.800€ netto als Berufseinsteiger – lohnt sich das Depot überhaupt?).
Zur Frage selbst: Ja, du hast das grundsätzlich richtig verstanden. Wenn du in USD-notierte Wertpapiere investierst und der Dollar fällt, verlierst du in Euro gerechnet – selbst wenn der Kurs der Aktie in Dollar gestiegen ist. Das ist real und nicht zu ignorieren.
Aber: Bei einem Horizont von 30 Jahren relativiert sich das erheblich. Wechselkurse schwanken, aber sie gleichen sich über lange Zeiträume tendenziell aus. Kein Garantieversprechen, aber die historischen Daten sprechen dafür, dass der Effekt langfristig nicht der dominante Faktor ist.
Die gehedgten ETF-Varianten kosten tatsächlich mehr – grob 0,1 bis 0,3% Mehrkosten pro Jahr je nach Anbieter. Bei 30 Jahren Laufzeit frisst das einen spürbaren Teil der Rendite auf. Die meisten Langfristanleger lassen das Währungsrisiko deshalb bewusst offen.
Kurz gesagt: Für dein Szenario würde ich mir darüber nicht zu viel Kopfzerbrechen machen. Wichtiger ist erstmal ein solider, breit gestreuter ETF ohne unnötige Zusatzkosten.