Hallo zusammen,
ich sitze gerade bei dem Versuch, meine Planung fürs Altersvorsorgedepot 2027 etwas strukturierter anzugehen – die ruhigere Sommerzeit nutze ich dafür, bevor im Herbst wieder alles hektischer wird.
Meine Frage betrifft eigentlich eine ganz grundlegende Sache, die mich aber schon länger beschäftigt: Ab wann hat man schlicht zu viele ETFs im Depot? Ich lese überall unterschiedliche Meinungen. Die einen sagen, ein einziger breit gestreuter ETF reicht völlig aus und alles andere ist Selbstbeschäftigung. Andere bauen sich Portfolios mit 5, 6 oder mehr ETFs zusammen und argumentieren das auch schlüssig.
Mich interessiert weniger die Frage, ob ein oder mehrere ETFs grundsätzlich besser sind – das wurde sicher schon oft diskutiert. Ich frage mich eher: Gibt es eine sinnvolle Obergrenze, ab der das Depot unübersichtlich wird und der Verwaltungsaufwand den Nutzen übersteigt? Ich denke da zum Beispiel an das Rebalancing, an die Übersicht bei der Steuererklärung und einfach an den mentalen Aufwand, mehrere Positionen im Blick zu behalten.
Ich bin kein Profi und habe keine Lust, jedes Quartal stundenlang am Depot zu sitzen. Gleichzeitig möchte ich natürlich vernünftig aufgestellt sein. Wie haltet ihr das? Habt ihr eine Faustregel für euch gefunden, bei der ihr sagt: bis hierhin macht es Sinn, danach nicht mehr?
Bin gespannt auf eure Einschätzungen.
Viele Grüße
Werner
Für mich reicht einer. Punkt.
Ich seh das etwas anders als Markus82.
Drei ETFs klingen vernünftig, aber die Obergrenze hängt meiner Meinung nach stark davon ab, wie aktiv man das Depot wirklich betreut. Ich würde sagen: Nicht die Anzahl der ETFs ist das Problem, sondern ob man überhaupt einen Plan dahinter hat.
Fünf ETFs mit klarer Strategie und einmal jährlichem Rebalancing sind wartungsärmer als zwei ETFs, bei denen man ständig überlegt ob man umschichten soll. Die Komplexität entsteht nicht durch die Anzahl, sondern durch unklare Ziele.
Für das Altersvorsorgedepot 2027 würde ich trotzdem pragmatisch vorgehen: Wer keinen Spaß an der Materie hat, nimmt einen oder zwei ETFs und fertig. Wer etwas mehr differenzieren möchte, kann auf drei bis vier gehen – aber ich würde mir da wirklich keine starre Obergrenze setzen. Wichtiger ist, dass man die eigene Auswahl versteht und bei Schwankungen nicht in Panik gerät.
Hi Werner,
für mich persönlich ist die Grenze bei drei ETFs erreicht. Alles darüber fühlt sich zumindest bei mir wie Bastelei an, die keinen echten Mehrwert bringt.
Konkret: Ich plane fürs Altersvorsorgedepot einen All-World als Kern, dazu vielleicht einen Small Cap und wenn überhaupt noch einen Anleihen-ETF je nach Alter und Risikobereitschaft. Das war's. Mehr Positionen bedeuten beim Rebalancing mehr Aufwand, und gerade im geförderten Depot mit den spezifischen Regeln ab 2027 will ich das möglichst einfach halten.
Ich hab mich da drüben im Thread zum Anbieterwechsel schon etwas damit beschäftigt, wie unterschiedlich die Anbieter das handhaben werden – und je mehr ETFs man hat, desto unangenehmer kann ein eventueller Wechsel werden.
Kurz gesagt: Weniger ist mehr, solange die Streuung stimmt.