Hallo zusammen,
ich sitze hier gerade bei gefühlt 35 Grad und versuche, meine Unterlagen für das Altersvorsorgdepot 2027 durchzuplanen – Urlaubsvorbereitung und Vorsorgeplanung gleichzeitig, beides will halt erledigt sein.
Mein konkretes Problem: Ich verstehe das Inflationsrisiko theoretisch, aber ich komme nicht dahinter, wie ich es für meine persönliche Situation wirklich durchrechne. Nominale Renditen sagen mir wenig, wenn ich nicht weiß, was am Ende real übrig bleibt.
Beispiel: Ich bin Mitte 30, plane mit etwa 30 Jahren Anlagehorizont und möchte monatlich einen festen Betrag ins Depot einzahlen. Wenn ich eine nominale Rendite von sagen wir 6% annehme, aber gleichzeitig 2,5% oder 3% Inflation – was bedeutet das konkret für die Kaufkraft des angesparten Betrags bei Rentenbeginn?
Noch komplizierter wird es für mich durch die nachgelagerte Besteuerung beim neuen Depot. Die Entnahmen werden ja im Alter versteuert. Heißt das, ich muss die Inflation quasi doppelt einrechnen – einmal für den Kaufkraftverlust des Kapitals und einmal weil der Steuersatz im Alter auf nominale Beträge greift, die real vielleicht gar nicht so viel wert sind?
Ich habe zwei Kinder und plane natürlich auch die Kinderzulage einzubeziehen, aber beim Thema Inflation verliere ich den Überblick.
Gibt es eine saubere Methode oder Formel, mit der man das vernünftig durchrechnen kann? Oder einen Rechner, den ihr empfehlt?
Gute Frage, ich kämpfe mit dem gleichen Thema. Für die Grundrechnung hilft mir die Fischer-Formel: Realrendite ≈ Nominalrendite minus Inflationsrate. Bei 6% nominal und 2,5% Inflation bleiben dir also grob 3,5% real. Das kannst du dann einfach in jeden Zinseszinsrechner eintippen – einfach die nominale Rendite durch die reale ersetzen und du siehst direkt, was am Ende kaufkraftbereinigt rauskommt.
Zum Steuerthema: Ja, du musst das beides im Blick haben, aber ich würde das nicht "doppelt einrechnen" nennen – es sind zwei getrennte Effekte. Die Inflation frisst real den Wert weg, die nachgelagerte Steuer greift dann auf den nominalen Auszahlungsbetrag. Das überlagert sich halt ungünstig.
Ich selbst hab mir das mit einem einfachen Excel-Sheet gebaut, dauerte vielleicht eine Stunde. Rentenlückenrechner vom VZ Vermögenszentrum find ich auch brauchbar für schnelle Übersichten. Als Faustregel: Mit 3% Inflation halbiert sich die Kaufkraft in etwa 24 Jahren – das macht das Risiko greifbar.