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Beitragsgarantie abgeschafft: Was bedeutet das konkret?

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H.Bergmann
Beiträge: 63
Themenstarter
(@h-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#102]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit Jahren mit der Frage, wie man Altersvorsorge gegen Inflation absichert. Bei meinen bisherigen Analysen war die Beitragsgarantie in klassischen Produkten immer ein wichtiger Ankerpunkt – auch wenn sie durch niedrige Renditen erkauft wurde.

Nun lese ich überall, dass diese Garantie beim neuen Altersvorsorgedepot 2027 komplett wegfällt. Das verunsichert mich ehrlich gesagt. Einerseits verstehe ich, dass höhere Renditen nur ohne Garantien möglich sind. Andererseits: Wenn die Märkte 2028, 2029 crashen und mein Depot um 30% einbricht – wie schütze ich mich dann vor Kaufkraftverlust im Alter?

Konkret meine Fragen:
1. Gibt es überhaupt noch einen Mindestschutz für das Kapital, oder fällt alles unter Marktrisiko?
2. Kann ich selbst festlegen, wie viel Risiko ich trage – oder ist das Depot ein reines "Alles-oder-Nichts"-Produkt?
3. Wie vergleicht sich das aus Inflationsschutz-Sicht mit meinen bisherigen Optionen?

Freue mich auf eure Erfahrungen!


2 Antworten
Tobias K.
Beiträge: 21
(@tobiask92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurz gesagt: Nein, es gibt keinen Mindestreturns-Schutz mehr. Das Depot ist vollständig marktabhängig – aber das ist auch der Punkt. Wenn Sie die technischen Aspekte durchrechnen, sehen Sie, dass über 30+ Jahre Sparphase selbst mit Crashs die Gesamtrendite durch breite Streuung (Aktien, Anleihen, Regional-Mix) deutlich über Garantie-Produkten liegt. Bei den Effektivkosten-Vergleichen, die ich hier immer wieder durchrechne, schlagen ETF-Mischportfolios klassische Garantieprodukte um durchschnittlich 2-3% pro Jahr – das ist Inflationsschutz durch Rendite, nicht durch Versicherung.


Antwort
Wolfgang K.
Beiträge: 14
(@wolfgangkeller)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, Herr Bergmann. Die weggefallene Garantie ist tatsächlich ein Paradigmenwechsel. Allerdings: Sie können sehr wohl selbst steuern. Das Depot erlaubt Ihnen ja, zwischen ETFs, Fonds und auch klassischen Rentenprodukten zu mischen – und genau da liegt die Lösung. Ich kombiniere selbst etwa 60% defensiv (Anleihen-ETFs, ggf. noch ein kleines klassisches Segment) mit 40% Aktien. So habe ich keinen starren Garantiezins, aber auch keine volle Marktvolatilität. Das Risikoprofil bestimme ich. Schauen Sie sich mal meinen früheren Thread an zu klassischen Versicherungen im Depot – dort diskutiere ich genau diese Mischung: Klassische Rentenversicherung + Aktien-ETF im AVD 2027: Wie kombiniere ich das sinnvoll? Das könnte für Sie interessant sein.


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