Hallo zusammen, ich bin seit etwa 15 Jahren als freiberuflicher Grafiker selbstständig und habe mich bisher hauptsächlich über private Sparquoten und etwas Immobilienvermögen für die Rente vorbereitet. Jetzt lese ich überall vom neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 und frage mich ehrlich: Ist das wirklich was für mich als Selbstständigen?
Soweit ich verstanden habe, gibt es die Grundzulage und einen Berufseinsteiger-Bonus, aber wie genau funktioniert das für jemanden, der nicht angestellt ist? Muss ich spezielle Nachweise bringen für die ZfA? Und noch wichtiger: Lohnt sich das finanziell überhaupt, wenn ich meine Einkünfte schwankend sind und ich nicht jedes Jahr gleich viel einzahlen kann?
Auch interessiert mich, ob ich das Depot parallel zu meinen Immobilieninvestments nutzen sollte oder ob die Kombination eher ineffizient ist. Ich bin offen für ETFs, aber möchte auch verstehen, wie das konkret im Geförderten läuft.
Freu mich auf eure Erfahrungen!
Gute Frage! Aus meiner Erfahrung mit über 40 Jahren im Berufsleben kann ich dir sagen: Selbstständigkeit ist kein Ausschlusskriterium, aber es braucht etwas mehr Planung. Die Grundzulage wird dir als Selbstständiger genauso gewährt wie Angestellten – wichtig ist nur, dass du nachweisen kannst, dass du erwerbstätig bist. Das Finanzamt und deine Gewinnmitteilung sind da die üblichen Belege.
Was du fragst zu schwankenden Einnahmen: Das ist eigentlich sogar ein Vorteil des Depots. Du kannst flexibel einzahlen, ohne dass dir Mindesteigenbeitrag-Defizite wie bei anderen Produkten angerechnet werden. Bei den ETFs kannst du sehr flexibel agieren – günstige Phasen nutzen, schwache Phasen anpassen.
Zum Thema Immobilien + Depot: Ich sehe das nicht als konkurrierend, sondern ergänzend. Immobilien geben dir Sicherheit und Mieteinnahmen, das Depot bietet dir zusätzliche Flexibilität und Förderung. Mein Rat: Nutze beide Säulen, gerade weil du als Selbstständiger weniger Sicherheitsnetze hast.
Die Grundzulage selbst ist unabhängig vom Beschäftigungsstatus – das ist wichtig zu wissen. Als Selbstständiger zahlst du selbst ein und erhältst die gleiche Zulage wie ein Angestellter. Meine Empfehlung: Nutze den Excel-Kostenrechner aus meinem früheren Thread (Excel-Kostenrechner für AVD 2027), um zu sehen, wie sich deine variable Einzahlung auf die Förderquote auswirkt. Auch die neue Beitragsgarantie könnte für dich bei schwankenden Einkommen interessant sein – das gibt dir etwas Planungssicherheit.