Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor der Entscheidung, wo ich mein gefördertes Altersvorsorgedepot ab 2027 eröffnen soll, und komme einfach nicht zu einem klaren Schluss. Die Sommerhitze macht das Grübeln auch nicht einfacher – ich sitze hier ohne Klimaanlage und versuche, mich durch die ganzen Informationen zu kämpfen 😄
Die Frage ist eigentlich: Macht es einen echten Unterschied, ob ich das Depot bei meiner Hausbank (Sparkasse, seit 20 Jahren Kunde) eröffne oder bei einem der neueren Online-Broker, die jetzt alle ankündigen, das Altersvorsorgedepot anzubieten?
Bei der Hausbank kenne ich die Ansprechpartner persönlich, das gibt einem schon ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Andererseits höre ich immer wieder, dass die Konditionen bei Online-Anbietern deutlich günstiger sind. Aber stimmt das beim neuen Depot überhaupt noch, wenn es doch irgendwie regulierte Kostendeckel geben soll?
Ich bin kein ETF-Profi und möchte eigentlich einfach nur einen vernünftigen Start hinlegen, ohne jahrelang Gebühren zu verbrennen. Auch der Aufwand bei der Steuererklärung interessiert mich – macht der Anbieter da einen Unterschied?
Hat jemand von euch das schon verglichen oder sogar Erfahrungen mit beiden Seiten gemacht? Ich würde wirklich gerne mal konkrete Vor- und Nachteile hören, keine allgemeinen Floskeln. Danke schon mal!
Ich hab mich beim Thema Antragstellung und Kosten schon ein bisschen reingefuchst (z.B. hier zum ersten Jahr). Mein Eindruck: Die Frage Hausbank vs. Online ist am Ende oft ne Frage des Typs.
Wer schon ein Girokonto, Tagesgeld und ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker hat, dem fällt die Entscheidung leicht. Wer zum ersten Mal ein Depot eröffnet und sich mit dem Thema noch nicht wohlfühlt, dem kann der Filialweg durchaus sinnvoll sein – auch wenn er teurer ist. Ein schlecht geführtes günstiges Depot bringt nichts, wenn man aus Unsicherheit gar nichts einzahlt.
Praktischer Tipp: Ruf mal bei deiner Sparkasse an und frag konkret, was das Depot ab 2027 kostet (Depotgebühr, Ordergebühr, ETF-Auswahl). Dann schau auf die Websites von 2-3 Online-Anbietern. Den Vergleich kannst du in 30 Minuten haben und dann weißt du mehr als aus jedem Forumsbeitrag.
Gute Frage, die viele beschäftigt. Ich hab mich mit dem Thema Kostenstruktur beim neuen Depot schon intensiver befasst – unter anderem im Thread zu den Kostendeckeln 2027.
Der Kostendeckel gilt für alle zugelassenen Anbieter gleichermaßen – das stimmt. Aber Vorsicht: Der Deckel begrenzt nur bestimmte Kostenpositionen, nicht alle Gebühren pauschal. Gerade bei Transaktionskosten oder der ETF-Auswahl kann es zwischen einem Filialbankanbieter und einem Neobroker trotzdem erhebliche Unterschiede geben. Die Hausbank hat oft ein eingeschränkteres ETF-Angebot und höhere Ordergebühren.
Der persönliche Ansprechpartner klingt nach Komfort, ist aber in der Praxis selten nötig, wenn man einen einfachen Sparplan laufen hat. Steuerlich macht der Anbieter formal keinen Unterschied – die Zulagenabwicklung über die ZfA läuft über alle zugelassenen Anbieter gleich, und die Jahresbescheinigungen sind standardisiert.
Mein pragmatisches Fazit: Wenn du bereit bist, dich einmal 2-3 Stunden einzuarbeiten, fährst du mit einem günstigen Online-Anbieter langfristig besser. Wer absolut keine Lust auf digitale Prozesse hat und bereit ist, dafür etwas mehr zu zahlen, kann bei der Hausbank bleiben. Aber Augen auf bei den versteckten Kosten.