Hallo zusammen,
ich bin 40 und stehe vor der Frage, wie ich meine Altersvorsorge gegen Kaufkraftverlust schütze. Bin gerade dabei, das neue Altersvorsorgedepot zu beantragen und grüble über die Aufteilung.
Mein Gedanke: Bei 2% Inflation über 27 Jahre (bis zur Rente) verliere ich ja ordentlich Kaufkraft. Selbst bei 1,5% wären das am Ende fast 40% weniger Wert. Das macht mir ehrlich gesagt Sorgen.
Aktuell spare ich hauptsächlich in Tagesgeld (3,8%) und Festgeld. Aber das wird ja nicht ewig so bleiben. Meine Bank meint, ich sollte mindestens 60% in Aktien-ETFs stecken. Aber bei den Schwankungen... da kriege ich kalte Füße.
Alternativ überlege ich: Mix aus Staatsanleihen, etwas Rohstoffe (Gold?) und nur 30-40% Aktien. Oder reichen bei dem langen Zeitraum auch inflationsgeschützte Anleihen?
Bin gerade im Sommerurlaub und hab Zeit zum Nachdenken. Was würdet ihr bei 40 Jahren Anlagehorizont machen? Wie viel Risiko ist nötig, um real nicht zu verlieren?
Danke für eure Erfahrungen!
Moment mal - nicht so voreilig mit den hohen Aktienquoten!
Ich hab über 20 Jahre Börsenerfahrung und kann dir sagen: auch 40 Jahre können sich lang anfühlen, wenn du mitten in einem Crash steckst. 2008, Dotcom-Blase, Corona... da waren auch Leute mit langem Horizont froh über konservative Positionen.
60% Aktien sind schon sportlich. Lieber erstmal mit 40-50% anfangen und schauen, wie du mit den Schwankungen klarkommst. Inflation ist ein Problem, aber Panikverkäufe sind schlimmer.
Und bei den ganzen ETF-Euphorie vergessen viele: Bewertungen sind aktuell ziemlich hoch. Da ist nicht mehr viel Luft nach oben.
Bei 40 Jahren Anlagehorizont würde ich definitiv mehr in Aktien gehen. Die Volatilität gleicht sich über so lange Zeiträume aus, und historisch haben Aktien die Inflation deutlich geschlagen.
60% Aktien-ETFs sind bei deinem Alter nicht übertrieben - eher konservativ. Du hast genug Zeit, Crashs auszusitzen. Bei nur 30-40% Aktien riskierst du, dass dein Vermögen real schrumpft.
Inflationsgeschützte Anleihen (TIPS) können als Beimischung sinnvoll sein, aber sie allein reichen nicht. Gold ist spekulativ und bringt keine Erträge.
Mein Vorschlag: 70% Welt-ETF, 20% Anleihen, 10% Rohstoffe/REITs. Und nicht ständig aufs Depot schauen - das macht nur nervös.
Kann Lisa nur beistimmen - 40 Jahre sind eine Ewigkeit an der Börse!
Hab mich auch mal intensiv mit dem Thema beschäftigt, als es um die Beitragsänderungen ging. Da wird einem erst bewusst, wie wichtig die langfristige Planung ist.
Dein Tagesgeld mit 3,8% ist jetzt gut, aber das sind Ausnahmezeiten. Normal waren eher 0,5-1%. Damit verlierst du gegen Inflation.
Ich würde sogar noch aggressiver gehen: 80% Aktien in den ersten 15 Jahren, dann langsam runterfahren. Bei deinem Alter kannst du dir das leisten!
Interessante Diskussion hier!
Wie Kritikus schon andeutet - die aktuellen Bewertungen sind wirklich heftig. Ich hab in einem anderen Thread schon über die Zinsentwicklung geschrieben - da zeigt sich: wir sind in einer Sondersituation.
Meine Strategie wäre gestaffelt: Start mit 50% Aktien, alle 5 Jahre um 10% erhöhen bis maximal 70%. Dazu 20% inflationsindexierte Staatsanleihen und 10% Rohstoffe.
Wichtig ist auch: regelmäßig rebalancen! Gerade im Sommer, wenn die Märkte oft ruhiger sind, ist ein guter Zeitpunkt dafür.