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Berufseinsteigerbonus + Inflation: Was bleibt real übrig?

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Moritz H.
Beiträge: 24
Themenstarter
(@moritzhagedorn)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#71]

Hallo zusammen,

ich sitze gerade hier im Sommer und versuche mir einen klaren Kopf zu machen, bevor das Altersvorsorgedepot 2027 startet. Ich bin noch innerhalb der Altersgrenze für den Berufseinsteigerbonus und will den Einmalbonus auf keinen Fall verfallen lassen – das wäre ja quasi verschenktes Geld vom Staat.

Meine konkrete Frage ist aber eine andere: Was bringt mir der Berufseinsteigerbonus und die Grundzulage real, also nach Inflation? Ich meine, wenn ich heute 200 € im Monat einzahle und dazu Grundzulage und Berufseinsteigerbonus bekomme, klingt das erstmal toll. Aber wenn über 40 Jahre durchschnittlich 2-3% Inflation laufen, schrumpft doch der reale Wert meiner eingezahlten Beiträge und der staatlichen Zulagen ganz erheblich.

Ich frage mich konkret: Gibt es eine sinnvolle Faustformel, wie ich den realen Wertzuwachs im Depot abschätzen kann, wenn ich Nominalrendite, Kosten (Effektivkostengrenze) und Inflation gegeneinanderrechne? Oder ist das am Ende nur mit einer richtigen Modellrechnung hinzubekommen?

Und noch eins: Macht es einen Unterschied, ob ich den Berufseinsteigerbonus als Einmalzahlung direkt in einen Welt-ETF fließen lasse oder ob der einfach im Standarddepot landet? Ich vermute, dass bei höherem Aktienanteil die Inflation langfristig besser ausgeglichen wird – aber ich bin kein Experte.

Freue mich über eure Einschätzungen!

Moritz


3 Antworten
L.Weber38
Beiträge: 49
(@l-weber38)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich steck da ehrlich gesagt nicht so tief drin mit den Realrendite-Rechnungen, aber die Frage mit dem Berufseinsteigerbonus finde ich auch für mich spannend. Bin 28 und überleg gerade ob ich den noch krieg oder schon zu alt bin?

Bei mir kommt noch die Kinderzulage dazu, das macht die Rechnung nochmal komplizierter. Inflationsbereinigt hab ich das bisher ehrlichgesagt noch gar nicht durchgedacht, ich war froh überhaupt die Grundzulage zu verstehen lol


Antwort
David K.
Beiträge: 33
(@datadave_1991)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich hab mir das für meine eigene Planung mal systematisch durchgerechnet – kurze Antwort vorab: Ja, es macht einen erheblichen Unterschied, wo der Berufseinsteigerbonus landet.

Ich hab dafür ein einfaches Spreadsheet gebaut mit drei Szenarien: 1) Standarddepot mit konservativem Profil (angenommene Nominalrendite ~3,5%), 2) reines ETF-Depot auf Weltmarkt (~7%), 3) gemischtes Profil (~5%). Nach Abzug von 2% Inflation und 0,5% Effektivkosten ergibt sich nach 40 Jahren ein realer Vermögensunterschied von Szenario 1 zu Szenario 2, der locker den Faktor 2,5-3 erreichen kann – selbst wenn die Einzahlungen identisch sind.

Der Berufseinsteigerbonus als Einmalbetrag hat dabei einen überproportionalen Effekt, weil er am längsten im Depot liegt und am stärksten vom Zinseszins profitiert. Das ist mathematisch eindeutig.

Ein Hinweis zur Methodik: Die Steuerkomponente beim AVD (nachgelagerte Besteuerung) fehlt in deiner Rechnung noch. Das ist nicht trivial und hab ich im Thread zu Steuerabzug AVD vs. Rentenversicherung mal aufgedröselt. Empfehle ich zur Ergänzung.

Wenn du willst, kann ich dir meine Berechnungsformel im Detail posten.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 24
(@markus79)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hi Moritz,

du hast das Kernproblem eigentlich schon selbst erkannt. Die Nominalrendite ist das eine, aber was real übrig bleibt, ist das Entscheidende – gerade bei einem so langen Anlagehorizont.

Grundsätzlich gilt: Realrendite ≈ Nominalrendite minus Inflation minus Kosten. Wenn du z.B. mit 7% Nominalrendite (Welt-ETF, langfristiger Schnitt) rechnest, 2,5% Inflation abziehst und nochmal die Effektivkostengrenze (aktuell 0,5% p.a. im zertifizierten Depot) berücksichtigst, landest du grob bei 4% real. Das ist für einen langen Anlagehorizont durchaus solide, aber eben keine Selbstverständlichkeit.

Zum Berufseinsteigerbonus konkret: Der Einmalbetrag entfaltet seinen größten Hebel, wenn er früh und möglichst vollständig in renditestarke Produkte investiert wird – also idealerweise in einen breit gestreuten ETF und nicht in ein Standarddepot mit konservativem Profil, falls du noch 30+ Jahre Zeit hast. Der Zinseszinseffekt macht dabei einen riesigen Unterschied über die Jahre.

Was ich Sparern in deiner Situation oft empfehle: Schau dir die Effektivkostengrenze beim jeweiligen Anbieter genau an. Die 0,5%-Obergrenze klingt gering, aber auch das frisst über Jahrzehnte einen spürbaren Teil deiner Realrendite. Ich hab dazu schonmal was im News-Thread über den AVD-Stand im Sommer geschrieben.

Kurz gesagt: Aktienbasiert investieren, Kosten minimieren, Bonus früh einsetzen. Das ist die einfachste Formel gegen Inflationsverlust.


Antwort
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