Hallo zusammen,
bin neu hier und 26 Jahre alt, also noch ein paar Jahrzehnte bis zur Rente. Ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot, das 2026 ja noch nicht startet, aber ich will mich vorbereiten.
Meine eigentliche Frage dreht sich um die EZB-Zinspolitik: Ich lese überall, dass die EZB die Zinsen gesenkt hat (oder weiter senken könnte), und ich frage mich, was das konkret für das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 bedeutet. Beeinflusst das zum Beispiel, welche Produkte sich im Depot lohnen?
Ich denke auch viel über Immobilien nach – meine Eltern schwören drauf als Altersvorsorge. Aber mit dem neuen Depot fragt man sich ja, ob man beides kombinieren kann. Wenn die Zinsen niedrig bleiben, wird Fremdkapital für Immobilien günstiger, gleichzeitig leidet vielleicht die Rendite bestimmter Depot-Produkte? Oder ist das zu vereinfacht gedacht?
Konkret würde ich gern wissen:
- Schichten ETFs im Altersvorsorgedepot bei sinkenden EZB-Zinsen besser ab als z.B. festverzinsliche Produkte?
- Macht es Sinn, mit 26 auch auf Immobilien zu setzen und das Depot parallel zu führen?
- Gibt es irgendeinen Mechanismus im neuen Altersvorsorgedepot, der mich vor Zinsveränderungen schützt?
Bin für jeden Hinweis dankbar, auch wenn die Antwort ist "mach dir keine Sorgen, du bist 26". 😄
Grüße, Tim
Ich bin ehrlich gesagt kein Experte für EZB-Politik, aber soviel kann ich sagen: Als jemand der auf eine kleine Rente angewiesen ist, merk ich die Zinsentwicklung sehr deutlich auf dem Tagesgeld. Fürs neue Altersvorsorgedepot bin ich selbst noch am Verstehen wie das alles zusammenhängt. Hab das auch schon hier im Forum diskutiert, z.B. bei Notgroschen-Strategie: Tagesgeld trotz niedriger Zinsen sinnvoll?.
Mit 26 würd ich mir über Zinsänderungen ehrlich gsagt keine großen Sorgen machen. Du hast so viel Zeit, da gleicht sich das aus.
Hi Tim,
also ich kann das aus einer etwas anderen Perspektive beantworten – ich bin Projektmanager und hab mich intensiv damit beschäftigt, wie das neue System eigentlich funktioniert.
Zur EZB-Frage konkret: Wenn die Zinsen niedrig sind oder weiter fallen, werden klassische festverzinsliche Produkte im Altersvorsorgedepot unattraktiver – das stimmt. Aktien-ETFs profitieren tendenziell davon, weil Unternehmen günstiger finanzieren können und Anleger in Aktien umschichten. Das ist aber keine Garantie, sondern eine historische Tendenz.
Bei deiner Frage zu ETFs vs. Festzins: Auf 40 Jahre Anlagehorizont macht dir die aktuelle Zinsphase ehrlich gesagt wenig aus. Das Depot ist eh für eine langfristige Ansparphase gedacht. Ich hab das mal im Thread Zinseszins bei 2% vs. 6% Inflation: Wie groß ist der Unterschied wirklich? durchgerechnet – da sieht man gut, wie stark der Zeitraum zählt.
Immobilien + Depot parallel ist theoretisch möglich, aber ich würd da aufpassen: Immobilien binden Kapital, und die Grundzulage im neuen Depot (bis zu 360 Euro jährlich) bekommst du nur wenn du auch regelmäßig einzahlst. Wenn du dein Geld für eine Immobilie brauchst, fehlt dir u.U. der Eigenbeitrag für das Depot. Das solltest du einkalkulieren.