Hallo zusammen,
ich steige mit 45 Jahren nach einer langen Auszeit wieder in die Altersvorsorge ein und bin etwas verunsichert bei den Zahlen. Überall lese ich von Inflation und Kaufkraftverlust, aber ich verstehe gar nicht, wie ich das konkret berechnen kann.
Wenn ich ab 2027 ins Altersvorsorgedepot einsteige – wie kann ich denn überprüfen, ob meine Sparquote wirklich gegen die Inflation ankommt? Gibt es da einfache Faustformeln oder Online-Tools, die nicht zu kompliziert sind? Besonders interessiert mich: Wie wirkt sich eine durchschnittliche Inflationsrate auf meine Ersparnisse aus, wenn ich 20 Jahre bis zur Frühstart-Rente spare?
Ich möchte keine Zeit mehr verlieren und möchte verstehen, welche reale Kaufkraft mir am Ende tatsächlich bleibt. Hat jemand von euch konkrete Rechenmethoden oder Tools, die ihr nutzt? Und sollte ich die Zertifizierungsanforderungen nach AltZertG dabei berücksichtigen?
Danke für eure Hilfe!
Nadine, das ist eine sehr wichtige Frage, die ich auch selbst in der Auszahlungsphase bewusst mitdenke. Ich nutze dafür eine einfache Faustformel: Die "Regel von 72" hilft dir schnell zu sehen, wie lange es dauert, bis sich deine Kaufkraft halbiert. Bei 2% Inflation dauert das 36 Jahre, bei 3% etwa 24 Jahre.
Für deine konkrete Situation würde ich empfehlen: Kalkuliere deine angestrebte Sparquote und ziehe regelmäßig 2-3% Inflation ab – das ist der sogenannte Realzins. Viele Banken bieten mittlerweile Sparplanrechner an, die auch Inflationsszenarien einplanen. Achte darauf, dass du im Altersvorsorgedepot 2027 zwischen mehreren zertifizierten Produkten wählen kannst – das gibt dir Sicherheit bezüglich der Qualitätsstandards. Mit 20 Jahren Sparzeitraum hast du noch gute Chancen, durch Umschichtungsstrategien real Vermögen aufzubauen.
Guter Punkt, Nadine. Aus meiner Perspektive als Vollzeitbeschäftigter: Die Grundzulage von bis zu 360 Euro jährlich ist ja auch ein Inflationsschutz, den man nicht unterschätzen sollte. Ich nutze für meine Berechnungen den Online-Rechner der Bundesbank – der ist kostenlos und zeigt dir das Kaufkraftszenario über Jahre hinweg.
Bei ETF-Renten ist meine Erfahrung: Aktien-ETFs outperformen die Inflation langfristig meist deutlich besser als reine Rentenfonds. Die nachgelagerte Besteuerung ist beim Altersvorsorgedepot ja auch günstiger als früher bei Riester. Das macht das System attraktiv, wenn du bereit bist, etwas Volatilität auszuhalten.
Moment, Nadine – ich würde da vorsichtig sein mit zu optimistischen Annahmen. Niemand kann die Inflation über 20 Jahre wirklich vorhersehen. Ich finde, man sollte eher konservativ kalkulieren, also mit 3% statt 2% rechnen. Die ganzen Online-Tools sind oft zu optimistisch kalibriert. Mein Tipp: Halte einen größeren Notgroschen auf Tagesgeld, selbst wenn die Zinsen niedrig sind – das ist psychologisch wichtig und gibt dir Sicherheit.