Hallo zusammen,
ich beschäftige mich jetzt seit drei Jahren intensiv mit dem kommenden Altersvorsorgedepot und habe mir dabei auch angeschaut, wie die lange Niedrigzinsphase Menschen bei ihrer Altersvorsorge beeinflusst hat. Das finde ich wichtig, weil wir 2027 ja wieder in einer ganz neuen Situation starten.
Meine Frage: Was sind für euch die konkreten Lernpunkte aus den Jahren 2010–2022? Ich meine nicht nur Zinsen, sondern auch, wie Menschen emotional mit Garantieprodukten umgegangen sind, die ja fast nichts gebracht haben, und wie sie dann zu ETFs gewechselt haben – oder eben nicht.
Bei meinen Zeitrenten-Modellen merke ich: Wenn ich heute mit historischen 2–3%-Garantien rechne statt mit 0,5%, ändern sich die Szenarien massiv. Aber wie sollen Anfänger in 2027 das realistisch einschätzen? Macht es Sinn, von vornherein mit volatileren Strategien zu rechnen, weil die Zinslandschaft sich vielleicht wieder ändert?
Wie plant ihr das ein? Haben eure Standarddepot-Strategien das Niedrigzins-Kapitel schon verarbeitet?
Freue mich auf Gedankenaustausch!
Kurz: Niedrigzins hat gezeigt, dass Menschen Kontrolle brauchen. Tools und Transparenz. Schau dir die Plattformen an, die automatisches Rebalancing mit Zulagenabrechnung kombinieren – das hätte 2015 schon helfen können.
Sabine, sehr gute Frage. Die Niedrigzinsphase hat mir bei der ZfA-Arbeit gezeigt, wie wichtig die Transparenz bei Zulagenabrechnungen ist – wenn Menschen ohnehin schon skeptisch sind wegen schlechter Garantiezinsen, dann brauchen sie absolute Klarheit, wo ihr Geld hingeht. 2027 sollte die Antragstellung zur Grundzulage deshalb so unbürokratisch wie möglich sein. Das ist eher ein administrativer Point, aber psychologisch wichtig.