Hallo zusammen,
ich bin seit 15 Jahren in der Finanzberatung tätig und bereite mich intensiv auf die neue Förderstruktur ab 2027 vor. Eine Frage treibt mich um, die ich mit meinen Kunden bald diskutieren werde:
Bei einem langen Anlagehorizont (sagen wir 30+ Jahre) und der aktuellen Inflationsdynamik – sollte man seine AVD-Quote regelmäßig neu bewerten? Sprich: aktuelle Inflation vs. angenommene Rendite im Depot. Ich beobachte gerade, dass viele potenzielle Sparner bei der Planung ihrer Beitragsstrategie verunsichert sind. Sie fragen: "Wenn die Inflation jetzt sinkt, sollte ich meine ETF-Quote reduzieren und mehr in Garantieprodukte gehen?"
Mir geht es weniger um day-trading, sondern um die grundsätzliche Frage: Gibt es einen idealen Zeitpunkt zwischen 2027 und 2028, um erstmals neu zu gewichten? Oder ist das bei solch langen Fristen eher kontraproduktiv und lenkt von der Regelmäßigkeit des Sparplans ab?
Wie seht ihr das? Und wie plant ihr selbst, mit euren Depots umzugehen?
Markus, guter Punkt. Ich habe das für meine drei Kinder jetzt intensiv durchdacht, weil ich ja ab 2027 die Kinderzulage optimal nutzen möchte. Meine Erkenntnis: Bei einem 30-Jahres-Horizont ist ständiges Umschichten eher Feind als Freund. Was ich stattdessen plane: Einmal zu Beginn 2027 eine solide Quote festlegen (bei mir ca. 70% ETF, 30% Klassik), und dann höchstens alle 3–5 Jahre überprüfen, wenn sich die Lebensumstände oder große wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern.
Die Kinderzulage läuft ja weiter – das ist eine automatische "Umschichtung nach oben". Zusammen mit dem Berufseinsteigerbonus für die jungen Leute entsteht ohnehin Bewegung. Ständiges Rebalancing kostet nur mental und nervt die Leute unnötig. Meine Erfahrung: Wer regelmäßig einzahlt und nicht panisch handelt, kommt bei 30 Jahren auch durch Inflation besser weg als der Zauderer.