Seite wählen

Crash-Szenarien: Wi...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Crash-Szenarien: Wie reagiert ihr bei Marktturbulenzen im Depot?

4 Beiträge
4 Benutzer
0 Reactions
5 Ansichten
LauraK89
Beiträge: 9
Themenstarter
(@laurak89)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#37]

Hallo zusammen,

ich denke gerade viel über das neue Altersvorsorgedepot nach und beschäftige mich dabei auch mit Szenarien, die mir ein bisschen Bauchschmerzen bereiten – nämlich was passiert, wenn es an den Märkten richtig kracht. Wir reden ja über eine sehr langfristige Anlage ab 2027, und ich weiß, dass theoretisch gilt: Aussitzen, nicht verkaufen, weiter besparen. Aber ich frag mich halt, ob das in der Praxis auch wirklich so einfach ist.

Letzte Woche hab ich mir nochmal die Zahlen aus dem Corona-Crash 2020 angeschaut und auch 2008/2009. Da waren teilweise 40-50% Verlust auf dem Depot. Ich weiß, die haben sich erholt – aber wenn ich jetzt ab 2027 anfange und zwei Jahre später sehe, wie meine Einzahlungen auf dem Papier halbiert sind, frage ich mich ehrlich gesagt, ob ich dann wirklich ruhig schlafen kann.

Meine Fragen:
- Habt ihr euch psychologisch irgendwie vorbereitet auf sowas?
- Gibt es eine Strategie, die ihr konkret plant (z.B. Sparrate erhöhen im Crash, Rebalancing)?
- Spielt es eine Rolle, ob man am Anfang der Ansparphase oder kurz vor Renteneintritt einen Crash erlebt?

Bin gespannt auf eure Erfahrungen und Überlegungen. Ich plane aktuell hauptsächlich mit einem breit gestreuten ETF-Portfolio, aber über die psychologische Seite liest man ja irgendwie viel zu wenig.

Viele Grüße,
Laura


3 Antworten
FelixT_89
Beiträge: 28
(@felixt_89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ehrlich gesagt: aussitzen. Das wars. Wer 2020 nicht verkauft hat, war 18 Monate später im Plus. Mehr Strategie brauch ich da nicht.


Antwort
S.Hartmann
Beiträge: 1
(@s-hartmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Die Frage trifft einen wunden Punkt, den viele verdrängen. Ich hab mich damit auch intensiv auseinandergesetzt, gerade weil ich im Thread zur Beratungsqualität bei Brokern gemerkt hab, dass das Thema emotionale Reaktion auf Verluste kaum angesprochen wird – dabei ist das entscheidend.

Zur Frage Anfang vs. kurz vor Rente: Das macht einen riesigen Unterschied. Am Anfang der Ansparphase ist ein Crash sogar günstig – du kaufst mehr Anteile zum niedrigeren Kurs, der sogenannte Cost-Average-Effekt arbeitet für dich. Das ist kein Trost auf dem Papier, aber mathematisch real. Nahe am Rentenalter ist das natürlich anders, da greift der sogenannte Sequenzrendite-Risiko-Effekt, also schlechte Renditen kurz vor oder nach Rentenbeginn können den gesamten Plan empfindlich stören.

Meine persönliche Strategie: Ich habe für mich eine schriftliche Investitionsregel festgelegt, bevor das Depot 2027 startet. Keine Verkäufe unter minus 20%, Sparrate bleibt konstant, bei minus 30% oder mehr verdopple ich temporär wenn liquide. Das klingt einfach, aber wenn mans aufschreibt, hält man eher dran. Die Psychologie ist tatsächlich das härteste an der ganzen Sache.


Antwort
S.Brinkmann
Beiträge: 1
(@s-brinkmann)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Woche

Ich finde die Frage wichtig, aber ich muss ehrlich sagen: Ich glaube, man kann sich da nicht wirklich "vorbereiten" im Sinne von: und dann ist alles gut. Ich hab mich zuletzt eher mit steuerlichen Fragen beschäftigt (z.B. im ZfA-Bewertungsthread), aber die psychologische Dimension ist nochmal ein anderes Thema.

Was bei mir hilft: Ich erinnere mich bewusst daran, dass das Altersvorsorgedepot per Definition ein Langfristvehikel ist. Die Förderung macht kurzzeitigen Rückzug ohnehin unattraktiv – das ist fast ein eingebauter Schutzmechanismus gegen Panikverkäufe. Du kannst ja nicht einfach raus ohne Konsequenzen, das zwingt zur Disziplin.

Zur Frage Crashzeitpunkt: S. Hartmann hat das oben gut erklärt. Ergänzen würde ich noch: Es kommt auch auf die Entnahmestrategie an. Wenn man früh genug vor Rente anfängt, sukzessive in sicherere Anlageformen umzuschichten, federt das vieles ab. Das sollte man schon beim Start mitplanen, nicht erst kurz vor Schluss.


Antwort
Teilen: