Seite wählen

Wieviel Aktienantei...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Wieviel Aktienanteil mit 50+ im Altersvorsorgedepot – zu riskant?

6 Beiträge
6 Benutzer
0 Reactions
6 Ansichten
Werner-Hoffmann
Beiträge: 1
Themenstarter
(@werner-hoffmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#35]

Hallo zusammen,

ich sitze gerade bei dem schönen Sommerwetter draußen und versuche mich mental schon mal auf das Altersvorsorgedepot 2027 vorzubereiten, bevor das Ganze nächstes Jahr losgeht. Dabei stoße ich immer wieder auf die Frage, wie ich den Aktienanteil in Abhängigkeit von meinem Alter eigentlich sinnvoll gestalten soll.

Ich habe irgendwo mal die alte Faustformel gelesen: 100 minus Lebensalter = Aktienanteil in Prozent. Sprich mit 52 Jahren wären das 48% Aktien, der Rest in Anleihen oder ähnliches. Aber das klingt mir ehrlich gesagt ziemlich konservativ für ein Depot, das ja wirklich langfristig ausgerichtet sein soll. Wenn ich mit 67 in Rente gehe, habe ich ja noch 15 Jahre vor mir.

Andererseits macht mir natürlich die Volatilität Sorgen. Wenn kurz vor der Rente die Märkte einbrechen, hab ich ja kaum noch Zeit das auszusitzen. Ich weiß nicht genau wie das beim Altersvorsorgedepot mit der Auszahlphase genau geregelt ist, aber ich glaube man muss da irgendwie umschichten.

Meine konkrete Frage: Nutzt ihr irgendein System oder eine Strategie, um den Aktienanteil mit zunehmendem Alter zu reduzieren? Gibt es da bewährte Konzepte speziell für das neue Depot? Oder lasst ihr die Finger von sowas und bleibt einfach bei 100% ETF bis zum Schluss?

Bin gespannt auf eure Einschätzungen!


5 Antworten
ETFSparplan47
Beiträge: 27
(@etfsparplan47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Also ich fahr seit Jahren mit dem Konzept, dass ich einfach jedes Jahr beim Jahresrückblick (meist zwischen Weihnachten und Neujahr) meinen Aktienanteil kurz checke und bei Bedarf leicht anpasse. Nicht nach starrer Formel, sondern nach Bauchgefühl plus Marktlage.

Für das Altersvorsorgedepot 2027 überlege ich aber ob ich das anders machen soll, weil die Förderstruktur da ja etwas anders ist als bei nem normalen Depot. Hab hier im Forum schon gelesen dass es bei den Antragsunterlagen auch Fragen zur Risikobereitschaft gibt – vielleicht wird da ja sogar eine automatische Einstufung vorgenommen.

Bei 15 Jahren Restlaufzeit würd ich persönlich nicht unter 70% Aktien gehen. Das Sequence-of-Returns-Risiko kurz vor Rente is real, aber dafür gibt's Lösungen wie nen Puffer in Tagesgeld oder kurze Anleihen für die ersten Rentenjahre.


Antwort
Stefan-Kraus
Beiträge: 16
(@stefan-kraus)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Kurz und knapp: Die 100-minus-Alter-Regel ist für Leute mit langer Lebenserwartung und staatlicher Rente als Grundabsicherung schlicht zu konservativ. Als jemand der sich viel mit dem Thema Selbständige und Altersvorsorge beschäftigt (hatte das hier im Forum schon diskutiert), würde ich sagen: Wichtiger als die Aktienquote ist die Frage, ob du in der Auszahlphase flexibel genug bist. Wenn du nicht zwingend ab Tag 1 der Rente alles entnehmen musst, kann der Aktienanteil sogar in den ersten Rentenjahren noch hoch bleiben.

Das Altersvorsorgedepot scheint ja laut bisherigen Infos flexible Entnahmeoptionen vorzusehen – das würde diese Strategie unterstützen. Einfach mal die konkreten Anbieterkonditionen ab 2027 vergleichen.


Antwort
WalterSchmidt
Beiträge: 11
(@walterschmidt)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als HermannH oben. Die ganzen Faustformeln helfen nur bedingt, weil sie die individuelle Situation komplett ignorieren. Ob du noch laufende Immobilienkredite hast, ob du andere Einkommensquellen im Alter haben wirst, ob du gesundheitliche Risiken einkalkulieren musst – das spielt alles rein.

Ich hab mich im Zuge der App-Recherche (hatte ja hier im Forum mal nach Depot-Apps gefragt) auch mit Rebalancing-Funktionen beschäftigt. Manche Tools können das automatisch übernehmen. Für mich wäre das ein Entscheidungskriterium beim Anbieter 2027.

Grundsätzlich: Wenn du wirklich 15 Jahre Puffer bis zur Rente hast, ist 80% Aktien keine Zockerei. Das ist normales langfristiges Investieren.


Antwort
Heinz_1952
Beiträge: 11
(@heinz_1952)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Woche

Ich bin jetzt 74 und sag mal was aus Erfahrung: Ich hab in den 80ern angefangen zu sparen und mir damals auch viel den Kopf zerbrochen über solche Formeln. Am Ende hat das Aussitzen fast immer funktioniert, solang man nicht in Panik verkauft.

Aber eines ist wirklich wichtig – das hab ich selbst schmerzhaft gelernt: Spätestens 5 Jahre vor Rentenbeginn sollte man anfangen, einen Teil umzuschichten. Nicht alles auf einmal, aber so dass man im schlechtesten Fall keinen größen Crash kurz vor Renteneintritt voll mitreißt. Das neue Depot kenn ich natürlich noch nicht, aber das Prinzip bleibt das gleiche wie bei allem anderen auch.

Ich hatte damals auch mal in nem anderen Thread geschrieben, dass ein früher start wichtig ist – wer früh anfängt hat den Luxus mehr Risiko tragen zu können. Du hast noch 15 Jahre, das ist kein schlechter Ausgangspunkt.


Antwort
Seite 1 / 2
Teilen: