Hallo zusammen,
ich arbeite derzeit an einer systematischen Analyse der optimalen ETF-Anzahl für das neue Altersvorsorgedepot 2027 unter Berücksichtigung von Tracking Error, Rebalancing-Aufwand und Förderausnutzung.
Meine Frage zielt weniger auf "brauche ich 1 oder 5 ETFs" ab – das ist mir zu simpel – sondern eher: Bei welcher Depotgröße und Sparplanstruktur wird ein zusätzlicher ETF aus Effizienzgründen kontraproduktiv? Mit anderen Worten: Wann überwiegt der administrative und emotionale Overhead den Diversifizierungsgewinn?
Ich habe beobachtet, dass manche Foren-Nutzer hier extrem minimalistisch fahren (1-2 ETFs), andere bauen 8-12 Position auf. Mich interessiert, wie ihr die Trade-offs zwischen Komplexität, Kostenquoten im Portfolio und tatsächlicher Risikostreuung beurteilt – speziell vor dem Hintergrund der beitragsproportionalen Förderung 2027.
Gibt es einen empirischen oder konzeptionellen Punkt, an dem "eine Position mehr" eher schadet als nutzt?
Da stimme ich Werner zu, aber mit einer Einschränkung: Es kommt auf die monatliche Sparrate an. Bei 100€ sind 3 ETFs optimal. Bei 500€+ kannst du 6-7 fahren ohne dass die Kaufgebühren oder der Rebalancing-Aufwand problematisch wird. Ich selbst nutze 5 Positionen (Welt, EM, Bonds, Immobilien, Small Caps) und fahre damit sehr gut. Wichtiger als die Anzahl: jeden ETF eine klare Rolle geben, nicht wahllos kaufen. Hast du schon überlegt, ob Faktor-ETFs für deine Analyse interessant sind, oder bleibst du bei klassischen Indizes?
Als angehender Rentner interessiert mich eher, wie sich mehr ETFs auf die Volatilität auswirken. Mit 3-4 gut diversifizierten Positionen habe ich weniger wilde Swings im Depot – das hilft mir psychologisch beim Durchhalten. Bei der ETF-Rente 2027 wäre meine Empfehlung: Nicht zu viele, sondern maximal 3. Einfach, stabil, Förderung optimiert. Mehr ist einfach anstrengend im hohen Alter.
Sehr gute Fragestellung, Thomas. Ich bin da als Anfänger etwas überfordert von der Fülle an Optionen. Mich würde interessieren: Gibt es empirische Daten für deutschsprachige Sparer, wie viele ETFs tatsächlich Mehrertrag bringen versus einfach nur Komplexität? Oder basiert das eher auf individueller Risikotoleranz? Die ganzen Konformitätsregeln beim AVD 2027 – gibt's da auch Guidelines zur Portfolio-Struktur?