Hallo zusammen,
ic bin jetzt 15 Jahre dabei und habe mit meinen ETF-Sparplänen echt gute Erfahrungen gemacht. Aber je näher 2027 kommt, desto mehr frage ich mich: Macht es Sinn, im neuen geförderten Altersvorsorgedepot auch auf Small-Cap-ETFs oder Faktoren-Strategien wie Value oder Quality zu setzen?
Mein bisheriges Portfolio läuft primär über einen Core aus MSCI World und etwas Emerging Markets. Aber gerade bei den Faktoren-ETFs liest man ja viel über Momentum und Mean Reversion – und Small Caps hatten ja historisch auch Überrenditen. Andererseits: Im geförderten Depot habe ich 30+ Jahre Zeit, und vielleicht ist die Komplexität unnötig?
Wie seht ihr das? Lohnt sich die zusätzliche Volatilität und die höheren TERs bei Faktoren-ETFs wirklich, wenn ich ohnehin schon die volle Förderung mitnehme? Oder bleibt ihr bei der klassischen Aufteilung? Würde mich besonders über Erfahrungen von euch interessieren, die schon länger mit solchen Ansätzen arbeiten.
Gute Frage! Ich hab mich damit auch schon auseinandergesetzt. Meine Überzeugung nach 20 Jahren: Small Caps und Faktoren sind eher was für aktive Trader, nicht für 30-Jahres-Sparer im geförderten Depot. Die historischen Überrenditen sind real, aber oft mit Volatilitätsprämien verbucht – und im Altersvorsorgedepot brauchst du vor allem psychologische Stabilität beim monatlichen Sparen.
Was ich mache: Core bleibt schlank (World + EM), aber ich gebe einem Value-ETF mit niedriger TER einen kleinen Anteil, sagen wir 10–15%. Nicht wegen Outperformance-Hoffnung, sondern weil Value zyklisch stabiler läuft. Quality lehne ich ab – zu teuer für zu wenig echten Mehrwert über 30 Jahre.
Small Caps im Depot? Nein danke. Die Kostenstruktur frisst dir die Überrenditen auf, und die psychologische Belastung bei Crashs ist unnötig.