Hallo zusammen,
auf meinem Weg durch die letzten 20 Jahre an den Kapitalmärkten bin ich immer wieder auf die Frage gestoßen: Wie vereine ich meine persönlichen Werte mit optimalen Renditezielen? Jetzt, da ich mich intensiv auf das neue Altersvorsorgedepot 2027 vorbereite, möchte ich diese Frage bewusst angehen.
Ich beobachte am Markt, dass nachhaltige ETFs inzwischen deutlich breiter verfügbar sind als noch vor fünf Jahren – die Performance-Lücke zu konventionellen Indizes scheint sich vielerorts geschlossen zu haben. Andererseits lese ich immer wieder Kritik am sogenannten "Greenwashing" und dass strenge ESG-Filter am Ende auch Renditechancen kosten können.
Meine konkrete Frage: Macht es Sinn, im geförderten Depot gezielt auf nachhaltige ETFs zu setzen, oder sollte ich eher eine Mixed-Strategie fahren – die Förderung mitnehmen und ansonsten breit gestreut investieren? Wie würdet ihr das gewichten, gerade vor dem Hintergrund der langen Anlagedauer bis zur Rente?
Freue mich auf eure Erfahrungen und praktischen Tipps!
Ich analysiere da systematisch verschiedene Szenarien für meine Mandanten und Privatinvestments. Die Renditedaten zeigen: Es kommt auf die konkrete ESG-Gewichtung an. Ein breiter ESG-Index mit moderaten Ausschlusskriterien hat über 10-15 Jahre oft nur 0,1–0,3% p.a. Renditeabschlag. Ein sehr streng gefilterter Green-Bond-ETF kann deutlich mehr kosten. Für die Altersvorsorge 2027 würde ich zu Nadines Gedanke greifen – ESG-MSCI-World als goldener Mittelweg. Und die Förderquote berücksichtigen: Wenn die Zulage 4-5% trägt, spielt ein 0,2% Renditeabschlag einfach keine Rolle mehr.
Matthias, tolle Frage. Nach meiner Erfahrung solltest du das Depot 2027 nicht zum Experimentieren nutzen – hier geht es um die Förderung und langfristige Sicherheit. Nachhaltige ETFs sind sicher legitim, aber ich würde eher sagen: Nimm einen breiten, liquiden Index als Kern (World oder MSCI developed), und wenn du private Überzeugungen umsetzen möchtest, mach das in deinem bestehenden privaten Depot daneben. Die Zulage ist zu wertvoll, um sie durch zu enge Filterkriterien zu gefährden.
Kurz gesagt: Diversifizieren, nicht ideologisieren. Geht oft schief.