Hallo zusammen,
ich hab vor kurzem 80.000€ geerbt und bin jetzt etwas unsicher, wie ich das am besten angehe. Bin 45 Jahre alt und hab bisher eher wenig für die Rente zurückgelegt - nur eine kleine bAV und den gesetzlichen Anspruch.
Mein Plan wäre eigentlich, das Geld komplett in einen MSCI World ETF zu stecken, aber ich hab schon öfter gelesen, dass man bei größeren Summen besser gestaffelt einzahlt wegen dem Timing-Risiko. Auf der anderen Seite sagen andere wieder "time in the market beats timing the market".
Konkret überlege ich:
- Alles sofort rein (hab ich ehrlich gesagt Bauchschmerzen bei)
- Über 24 Monate verteilt, also 3.300€ pro Monat
- Vielleicht 50% sofort und den Rest über ein Jahr?
Das neue Altersvorsorgedepot 2027 ist ja noch nicht da, aber ich könnte theoretisch auch warten und dann einen Teil da rein. Wobei ich nicht weiß, ob das bei der Summe überhaupt noch viel bringt bei nur 20 Jahren bis zur Rente.
Wie seht ihr das? Bin für jeden Tipp dankbar. Will einfach nicht den größten Fehler machen.
Bei 80k würde ich definitiv gestaffelt vorgehen. Ich weiß, statistisch ist sofort besser, aber psychologisch ist das was anderes. Hab schon zu oft erlebt, dass Leute kurz nach Einmalanlage einen Crash mitgemacht haben und dann panisch verkauft haben.
Mein Vorschlag: 30k sofort rein (das ist schon mal ein ordentlicher Grundstock) und den Rest über 18 Monate verteilt. So hast du einen guten Mittelweg zwischen "time in market" und Risikominimierung.
Zum Altersvorsorgedepot 2027: Würde ich auf jeden Fall im Auge behalten! Die Förderung ist nicht ohne, auch wenn du nur noch 20 Jahre hast. Kommt auf dein Einkommen an, aber bei der Summe könntest du gut den Maximalbetrag ausschöpfen.
Kompromiss-Vorschlag: 40k sofort, 40k über 12 Monate. So machst du wenigstens schon mal die Hälfte richtig wenn der Markt steigt, aber hast trotzdem noch etwas Puffer.
Technisch gesehen hast du mit sofort rein natürlich bessere Erwartungswerte, aber bei der Summe kann ich deine Bauchschmerzen verstehen. Wichtiger als die perfekte Strategie ist, dass du dabei bleibst und nicht bei der ersten Korrektur kalte Füße bekommst.
Und ja, das Altersvorsorgedepot solltest du dir definitiv anschauen wenn es kommt. Selbst bei 20 Jahren Laufzeit können die Zulagen und Steuervorteile ordentlich was ausmachen.
Also ich bin da ganz anderer Meinung. Mit 45 haste nicht mehr so viel Zeit, da zählt jeder Monat. Die paar Euro Unterschied beim Dollar-Cost-Average bringen dir nix, wenn der Markt in der Zeit 10% steigt.
Bin selbst vor 3 Jahren mit nem größeren Betrag rein und hab das auch gestaffelt gemacht. Im Nachhinein ärgere ich mich, weil ich dadurch viel Rendite verschenkt hab. Wie ich neulich schon mal geschrieben hab, bei der Altersvorsorge zählt langfristig vor allem eins: dabei sein.
80k aufm Tagesgeld bringen dir nichts. Rein damit!