Hallo zusammen,
meine Frau und ich stehen vor einer Entscheidung bezüglich der neuen Altersvorsorge ab 2027. Sie verdient als Ärztin etwa 85.000€, ich als Verwaltungsangestellter 38.000€ brutto. Bisher haben wir getrennte Riester-Verträge, aber mit dem neuen Altersvorsorgedepot fragen wir uns, wie wir das am besten organisieren.
Sollten wir beide den Maximalbetrag einzahlen oder macht es steuerlich mehr Sinn, wenn sie mehr einzahlt? Bei unserem Einkommensunterschied ist ja der Sonderausgabenabzug für sie deutlich wertvoller. Andererseits will ich auch nicht komplett von ihrer Vorsorge abhängig sein.
Wir überlegen gerade auch, ob wir im Herbst heiraten (bisher nur verlobt) - würde das steuerlich was ändern? Aktuell planen wir eh viel für die Zukunft, da wir nächstes Jahr bauen wollen.
Hat jemand Erfahrung mit so unterschiedlichen Einkommen? Wie macht ihr das fair und trotzdem steueroptimiert?
Viele Grüße
Gerhard
Aus steuerlicher Sicht ist die Sache eigentlich klar: Der Besserverdienende sollte mehr einzahlen, da der Grenzsteuersatz höher ist. Bei 85k liegt deine Frau vermutlich bei 35-40% Grenzsteuersatz, du bei etwa 25%.
Rechnung: 1.000€ Einzahlung bringt ihr ca. 350-400€ Steuerersparnis, dir nur 250€. Die Zulagen sind ja eh gleich.
Mein Vorschlag: Sie zahlt 1.500€, du 800€. So habt ihr beide substantielle eigene Ansprüche, nutzt aber den Steuervorteil optimal. Nach der Heirat könnt ihr das nochmal anpassen.
Die Förderung ist übrigens auch für Selbständige offen - das war bei Riester ja noch anders.
Kann den anderen nur zustimmen, aber denkt auch langfristig! Wenn ihr baut und später vielleicht Kinder habt, ändert sich die Situation nochmal komplett. Die Kinderzulagen beim neuen Depot sind ja deutlich attraktiver als bei Riester.
Bis 2027 ist noch bisschen Zeit - nutzt die für die Planung. Und ehrlich gesagt: Bei so nem Einkommensunterschied würd ich auch schauen, dass ihr trotzdem beide eigene Ansprüche habt. Sicher ist sicher 😉
Hi Gerhard,
bei so einem Einkommensunterschied würde ich definitiv schauen, dass eure Gesamtsteuerbelastung minimiert wird. Deine Frau hat in der höheren Progressionsstufe mehr vom Sonderausgabenabzug. Praktisch könnte das bedeuten: Sie zahlt z.B. 1.800€ ein (Maximalbetrag), du vielleicht 600-800€.
Wichtig ist aber auch die Fairness - ihr solltet trotzdem beide eigene Ansprüche aufbauen. Wie ich neulich schon mal geschrieben hab, ist die rechtliche Trennung der Depots ja auch ein Sicherheitsaspekt.
Zur Heirat: Steuerlich ändert sich erstmal nichts beim Altersvorsorgedepot, aber ihr könnt dann Splitting machen und habt mehr Spielraum bei der Gesamtoptimierung. Falls ihr eh im Herbst heiratet, würde ich bis dahin warten und dann nochmal durchrechnen.
VG
Lisa