Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit dem neuen Altersvorsorgedepot 2027 und versuche, die Grundlagen zu verstehen bevor das Ganze 2027 losgeht. Dabei bin ich auf eine Frage gestoßen, die mich ehrlich gesagt etwas beschäftigt: Lohnt sich das Depot für Leute mit geringerem Einkommen überhaupt?
Ich frage das, weil ich in meinem Freundeskreis einige kenne, die Teilzeit arbeiten oder Berufe haben wo das Gehalt eher überschaubar ist. Die staatliche Förderung klingt erstmal verlockend, aber wenn man eh nur wenig einzahlen kann – sagen wir 50 oder 100 Euro im Monat – reicht das dann aus um die Förderung voll abzugreifen? Und ist der administrative Aufwand mit Steuererklärung, Zulageantrag usw. dann noch verhältnismäßig?
Zusätzlich interessiert mich: Ich selbst möchte das Depot nutzen um auch in Immobilien-ETFs zu investieren. Aber ich frage mich, ob es da einen Mindestbetrag gibt oder ob das Depot generell für jeden Einkommenslevel sinnvoll ist. Ich will keine Strategie aufbauen die sich am Ende nur für Besserverdiener rechnet.
Vielleicht hat jemand schon konkretere Zahlen durchgerechnet oder kennt Erfahrungswerte aus ähnlichen Fördersystemen (z.B. Riester als Vergleichsbasis)? Wäre super wenn jemand Licht ins Dunkel bringen kann.
Viele Grüße
Jan
Kurz aus meiner Perspektive: Ich steige nach längerer Familienzeit gerade wieder beruflich ein, also kenn ich das Thema "niedriges Einkommen in bestimmten Lebensphasen" ganz gut. Gerade da finde ich die beitragsproportionale Förderung eigentlich sinnvoll – auch wenn man in einem Jahr wenig einzahlt, kriegt man trotzdem anteilig was zurück. Kein Druck durch Mindestbeiträge wie früher bei Riester. Das war für mich persönlich immer ein Hemmnis.
Der Aufwand hält sich hoffentlich in Grenzen wenn die Automatisierung so kommt wie angekündigt. Abwarten.
Hi Jan,
gute Frage, die wird hier tatsächlich zu selten gestellt. Ich hab mich da schon etwas tiefer reingegraben, auch in Zusammenhang mit dem Sparplanrechner – dazu hab ich übrigens mal einen Thread zu Förderbonus im Sparplanrechner gepostet, falls das hilft.
Zum Kern: Das neue AVD 2027 ist im Gegensatz zu Riester beitragsproportional gefördert, d.h. du bekommst einen prozentualen Bonus auf deine Einzahlungen. Das ist für Geringverdiener erstmal gar nicht schlecht, weil auch kleine Beträge proportional gefördert werden. Beim alten Riester-System war der Aufwand oft zu hoch im Verhältnis zum Nutzen, weil die Grundzulage fix war und viele unter dem Mindesteigenbeitrag geblieben sind.
Beim AVD entfällt diese starre Mindestbeitragsproblematik – zumindest so wie es aktuell diskutiert wird. Der administrative Aufwand soll auch schlanker werden, da der Zulageantrag weitgehend automatisiert über den Anbieter laufen soll.
Immobilien-ETFs im Depot: grundsätzlich ja, die sollten förderfähig sein sofern sie den Anforderungen des AltZertG entsprechen. Da würde ich aber noch abwarten bis klarere Produktlisten vorliegen.
Kurz gesagt: Für Geringverdiener kann es sich lohnen, gerade wegen der Proportionalität. Aber ohne konkrete Zahlen zu deinem Einkommen ist das schwer pauschal zu sagen.