Hallo zusammen,
ich habe seit etwa fünf Jahren ein privates ETF-Depot bei meiner Bank laufen – hauptsächlich Weltportfolio, MSCI World, etwas Emerging Markets. Die Performance ist solide, die Kosten sind transparent, und ich fahre da ganz gut mit meiner Buy-and-Hold-Strategie.
Jetzt lese ich überall vom neuen Altersvorsorgedepot 2027 und der Grundzulage. Meine Frage: Lohnt es sich wirklich, das private Depot zu liquidieren und alles ins geförderte Depot zu verschieben? Oder kann ich beide parallel nutzen – das Depot 2027 für die staatliche Förderung und das private Depot daneben weiterführen?
Mich verwirrt vor allem: Wenn ich mehr Geld in das 2027er-Depot stecke, verliere ich ja die Flexibilität beim Zugriff. Und wie genau berechnet sich die beitragsproportionale Förderung? Ist das mehr Steuervorteil als das, was ich mir privat an Renditechancen offenhalte?
Freue mich auf praktische Erfahrungen von euch!
Praktisch gefragt: Kannst du denn dein jetziges ETF-Depot überhaupt 1:1 ins 2027er-Depot übertragen, oder musst du auflösen und wieder neu aufbauen? Bei meinem Überblick über die Produktregeln finde ich da noch nicht überall klare Antworten. Das wäre ja auch ein Grund, zwei Depots zu führen – um während der Umstellung nicht aus dem Markt zu sein. Ich persönlich plane: Neues Depot 2027 ab Januar starten mit regelmäßigem Sparplan, altes Depot langsam auslaufen lassen.
Lieber Klaus-Hartmann,
gleich vorweg: Das ist eine sehr wichtige Überlegung. Bei mir kommt noch dazu, dass ich als Mutter mit zwei Kindern durch die Kinderzulage zusätzlich profitiere – das wollte ich dir nicht vorenthalten. Mein Ansatz ist, das neue Depot ab 2027 für die Förderung zu nutzen und trotzdem ein kleineres privates Depot daneben zu behalten für Notfallreserve und Flexibilität. Die beitragsproportionale Förderung rechnet sich wirklich, wenn du regelmäßig einzahlst. Aber 100% hineinzustecken würde ich nicht machen, wenn dich die Flexibilität wichtig ist.
Zweigleisig fahren macht Sinn. Nur: Kenn dich selbst – wenn du zwei Depots nicht sauber organisieren kannst, wird's zu viel Overhead. Für mich ist klar: Gefördert bis zur maximalen Grundzulage (beitragsproportional), alles andere privat. So holst du die volle Förderung mit, behältst aber deine Flexibilität. Und zur Frage mit dem Zugriff – das ist ja der echte Knackpunkt beim 2027er-Depot, nicht wahr?