Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot, das ja ab Januar 2027 starten soll. Mich interessiert eine Frage, die ich bisher nirgendwo wirklich befriedigend beantwortet gesehen habe: Gibt es eigentlich einen "optimalen" Zeitpunkt im Leben, wann man mit dem Altersvorsorgedepot einsteigen sollte?
Ich meine das nicht nur aus der Perspektive "so früh wie möglich", das ist klar. Mich interessiert mehr: Macht es einen nennenswerten Unterschied, ob man mit 25 startet oder mit 35? Und wie verhält es sich mit der staatlichen Förderung – profitiert man bei früherem Einstieg überproportional, weil die Förderjahre sich stärker akkumulieren? Oder wird das durch die Beitragshöhe im späteren Berufsleben (höheres Einkommen, mehr einzahlen) wieder ausgeglichen?
Hintergedanke: Ich überlege, ob man jüngeren Familienmitgliedern (z.B. Azubis oder Studierenden mit wenig Einkommen) aktiv raten sollte, sofort 2027 einzusteigen – auch wenn die Beiträge zunächst sehr gering sind. Oder ist das in dem Fall eher Symbolik als echter Mehrwert?
Freue mich über Erfahrungen und Einschätzungen – auch gerne mit konkreten Zahlenbeispielen, falls jemand schon durchgerechnet hat.
Gute Frage, die ich mir in meiner aktiven Zeit auch gestellt hätte. Kurz gesagt: Früher Einstieg gewinnt fast immer – und das hat vor allem mit dem Zinseszinseffekt zu tun, nicht primär mit der Förderhöhe.
Ich hab das mal grob überschlagen: Wer mit 25 anfängt und 40 Jahre lang auch nur 100 Euro monatlich anlegt, kommt bei 6% durchschnittlicher Rendite auf ein deutlich höheres Endkapital als jemand, der mit 35 startet und doppelt so viel einzahlt. Die zehn Jahre Vorsprung sind kaum aufzuholen.
Zur Förderfrage: Die staatliche Förderung ist beim Altersvorsorgedepot 2027 einkommensabhängig gestaffelt. Azubis und Studis mit geringem Einkommen könnten sogar besonders hohe relative Förderquoten bekommen – das sollte man nicht unterschätzen. Hab dazu auch schon im Kontext der Kostenstruktur etwas geschrieben: ETF-Kosten verstehen - was kostet mich das Altersvorsorgedepot wirklich?
Mein Rat: Familienmitglieder ruhig schon 2027 einsteigen lassen, auch mit kleinen Beträgen. Das ist keine Symbolik – das ist der Grundstein. Die Beitragshöhe lässt sich später jederzeit anpassen, die verlorenen Jahre nicht.