Hallo zusammen,
ich grübele schon eine Weile darüber nach und nutze jetzt die ruhigere Urlaubszeit im Juni um mich endlich damit zu beschäftigen. Ich bin 38 und habe bisher ehrlich gesagt wenig für die Rente getan – gesetzliche Rentenversicherung läuft natürlich, aber privat hab ich kaum was aufgebaut. Irgendwie ist das Thema immer nach hinten gerutscht.
Jetzt höre ich überall von diesem neuen geförderten Altersvorsorgedepot, das ab 2027 starten soll. Meine Frage ist eigentlich ganz simpel: Lohnt sich das überhaupt noch für jemanden wie mich, der mit fast 40 anfängt? Ich hab das Gefühl, ich hab die besten Jahre schon verpasst und der Zinseszinseffekt greift bei mir nicht mehr so stark wie bei jemandem der mit 22 anfängt.
Gleichzeitig frage ich mich: Gibt es eigentlich irgendein Mindestalter oder Höchstalter das man beachten muss? Ich glaube gelesen zu haben dass man irgendwann nicht mehr einzahlen kann, aber bin da nicht sicher.
Und noch eine praktische Frage: Wäre es sinnvoller, jetzt schon parallel einen normalen ETF-Sparplan zu starten und dann ab 2027 ins geförderte Depot zu wechseln? Oder lieber warten und gleich auf das neue Produkt setzen?
Freue mich über Erfahrungen und Meinungen, gerade von Leuten die selbst etwas später eingestiegen sind.
Grüße, S.Hofmann
38 Jahre sind kein Problem, kurz gesagt. Ich kenn Leute die mit Mitte 40 erst richtig angefangen haben – die würden sich über deine Ausgangslage freuen.
Ich seh das ein bisschen kritischer als Markus oben. Der Zinseszinseffekt ist real und du hast ihn tatsächlich zum Teil verpasst – das sollte man ehrlich sagen und nicht schönreden. Wer mit 22 anfängt hat bei gleicher monatlicher Rate am Ende deutlich mehr.
Aber: das ist kein Argument für Nichtstun. Anfangen ist immer besser als weiter warten.
Was mich beim neuen Altersvorsorgedepot grundsätzlich skeptisch macht, hab ich schon an anderer Stelle geschrieben – die gesetzliche Rahmenbedingungen können sich noch ändern, wie man an den EU-Debatten sieht. Gerade beim Thema Garantien tut sich ja einiges. Trotzdem: Staatliche Förderung mitnehmen wenn sie kommt ist eigentlich immer sinnvoll, solange man die Konditionen versteht.
Zum Höchstalter: soweit ich das gelesen habe gibt es eine Grenze, die sich am Renteneintrittsalter orientiert. Aber die genaue Ausgestaltung kenne ich auch nicht auswendig, das sollte man vor Vertragsabschluss klären.
Hallo S.Hofmann,
38 ist absolut kein schlechtes Alter um anzufangen – du hast noch gut 27 bis 30 Jahre bis zur Rente, das ist eine ordentliche Laufzeit. Der Zinseszinseffekt wirkt natürlich stärker je früher man startet, aber das bedeutet nicht dass er mit 38 kaum noch relevant wäre. Selbst 25 Jahre mit durchschnittlich 6-7% p.a. machen einen erheblichen Unterschied gegenüber dem Nichtstun.
Zum Thema Altersgrenzen: Nach meinem Verständnis soll das Altersvorsorgedepot ab 2027 für alle zertifizierungspflichtigen Verträge gelten, aber die genauen Einzahlungsgrenzen (z.B. ob bis 67 oder früher) sind soweit ich weiß noch nicht bis ins letzte Detail reguliert. Da würde ich nochmal auf offizielle Quellen warten.
Zur ETF-Frage: Ich hab mich im Thread zu Depot eröffnen: Online-Broker oder lieber mit Beratung? schon intensiver damit beschäftigt. Mein Fazit war: Ein normales ETF-Depot jetzt aufzubauen schadet nicht, du verlierst keine Zeit. Ab 2027 kannst du dann schauen was mit der Förderung attraktiver ist. Beides parallel ist auch denkbar.