Hallo zusammen,
ich plane ja bekanntlich, mit 60 in Rente zu gehen und sehe im Gefördertes Altersvorsorgedepot 2027 endlich die Chance, meine Riester-Rente abzulösen. Dabei beschäftigt mich eine grundsätzliche Frage, die ich bisher nicht wirklich befriedigend beantwortet bekommen habe:
Wenn ich über 30 Jahre hinweg spare und zwei ETFs mit 0,12% und 0,20% TER vergleiche – wie viel Unterschied macht das wirklich? Klar, mathematisch sind es 8 Basispunkte pro Jahr, aber bei welchem Depotvolumen lohnt sich die Recherche und möglicherweise auch der Wechsel überhaupt noch?
Mich interessiert auch: Gibt es da einen Break-Even-Punkt? Also ab wann überwiegt die eingesparte TER die Gebühren für einen ETF-Wechsel oder die Zeit, die ich in Recherche investiere? Und hat die Förderung 2027 da eigentlich einen Einfluss drauf – macht die Grundzulage diesen Kostenunterschied relativ kleiner?
Mich würde eure praktische Erfahrung interessieren, nicht nur die theoretische Rechnung. Danke!
Hey Matthias,
große Frage! Ich beschäftige mich gerade selbst mit den Grundlagen des Depots. Soweit ich verstanden habe, ist der Unterschied über Jahrzehnte tatsächlich nicht zu unterschätzen – bei 100k müssten das ca. 800€ über 30 Jahre sein, aber mit Zinseszins wird's natürlich mehr. Allerdings: Bei meinem Start-Gehalt als Berufseinsteiger ist eher die Frage, wo ich das Geld überhaupt herbekomme 😅
Mich würde interessieren, ob die Förderung das irgendwie anders macht. Wenn die Grundzulage und die proportionale Förderung ja auch in mein Depot fließen – vergrößert das die relative Bedeutung von 8 Basispunkten Unterschied, oder ist das für die Förderung egal? Hast du da schon konkrete Zahlen durchgerechnet?
Matthias, aus Sicht eines 35-Jährigen würde ich dir raten: Nicht zu tief in TER-Details abdriften. Die 8 Basispunkte sind real, ja – aber der Diversifikationseffekt und die korrekte Asset Allocation bringen dir vermutlich 10x mehr als Kostenoptimierung in diesem Bereich.
Zumal wenn du wie ich das AVD 2027 neben einer betrieblichen Altersversorgung aufbaust: Da kann ein minimaler Kostenunterschied durch bessere Rebalancing-Disziplin schnell wieder reingespielt werden. Meine Erfahrung: Etablierte ETFs mit 0,15–0,22% TER von iShares oder Vanguard sind robust genug. Kauf einen, spare konsequent, lass die Hand weg. Das ist für 30 Jahre wahrscheinlich die bessere Strategie als ständig zu optimieren.