Liebe Community, ich bin jetzt 63 und plane, ab Januar 2027 mit dem neuen Altersvorsorgedepot zu starten. Allerdings mache ich mir Gedanken: Wenn ich bis 67 noch 4 Jahre habe und dann die ETF-Rente beziehe – wie verhalte ich mich bei starken Kurseinbrüchen in dieser Phase?
Ich habe mitverfolgt, wie es im letzten Crash einigen Rentnern vor den Ohren abgegangen ist. Die ZfA wird die Abwicklung ja übernehmen, aber das hilft mir nicht, wenn kurz VOR meinem Renteneintritt der Markt einbricht. Die Frühstart-Rente interessiert mich auch für meine Enkel, aber das ist ja ein anderer Aspekt.
Meine Frage: Macht es Sinn, schon ab 65 oder 66 Jahren aktiv anfangen, Positionen in Garantieprodukte oder Tagesgeld zu verschieben? Oder sollte ich da hart bleiben und durchhalten? Wie habt ihr das geplant, falls ihr ähnlich kurz vor der Rente steht?
Moritz H. hier – das ist eine sehr berechtigte Frage. Ich selbst bin noch Jahre vom Renteneintritt entfernt und optimiere gerade meinen Berufseinsteigerbonus, aber ich habe in meinem anderen Thread zu den vielen ETFs gelernt, dass Struktur wichtig ist.
Das sogenannte Sequence-of-Returns-Risiko ist real: Wenn du kurz vor Rentenbezug einen großen Crash hast und dann sofort mit der Entnahme startest, erwischst du die schlechtesten Positionen. Ich würde nicht hart durchhalten bis zum letzten Tag. Lieber 2–3 Jahre voraus planen und gleitend umschichten. Das kostet ein wenig Rendite, aber du schlafst besser.
Kritikus_78 hier – moment, lass mich das anders fragen: Was kostet dich die Umschichtung in Garantieprodukte wirklich? Du zahlst ja Gebühren, und historisch gesehen ist der Garantiezins aktuell unterirdisch. Hast du mal durchgerechnet, ob ein moderater Drawdown von 15% am Ende des Tages weniger kostet als die permanenten Garantiekosten während 4 Jahren?
Die Wahrscheinlichkeit, dass GENAU beim Renteneintritt der Crash kommt, ist überschätzt. Rebalancing im Depot macht mehr Sinn als panisches Umschichten in garantierte Produkte mit garantiert niedriger Rendite.