Hallo zusammen,
ich bin A.Bergmann und bin ehrlich gesagt ein bisschen überfordert von all den Informationen, die gerade zum Altersvorsorgedepot 2027 herumschwirren. Nach 15 Jahren habe ich meine Altersvorsorge schleifen lassen – beruflich und privat war einfach nicht viel übrig. Jetzt, wo das neue System kommt, möchte ich endlich wieder systematisch aufbauen.
Mein großes Problem: Ich habe noch einen alten Riester-Vertrag laufen und überlege, ob ich diesen wechseln sollte. Aber viel wichtiger ist mir die Frage nach dem Risiko. Nach so langer Pause habe ich Angst, wieder reinzugehen und dann direkt wieder einen Crash zu erleben – psychologisch würde mich das wahrscheinlich wieder zum Aussteigen bringen.
Viele sprechen von "Tagesgeld als Verlustpuffer" – macht das Sinn für jemanden wie mich? Sollte ich vielleicht erst mal einen kleineren Prozentsatz in ETFs investieren und den Rest in Tagesgeld parken, um mich zu akklimatisieren? Oder ist das einfach nur Geldverschwendung wegen der niedrigen Renditen?
Wie habt ihr das gelöst, wenn ihr nach längerer Pause wieder anfangt?
Wichtige Frage, aber ich muss hier widersprechen: Tagesgeld im Altersvorsorgedepot ist ineffizient und psychologisch gefährlich.
Warum? Weil du dir selbst ein Sicherheitsgefühl vorgaukelst, das nicht real ist. 10–20% Tagesgeld sparen dich nicht vor Crashs – sie verzögern nur deine Rendite. Und psychologisch: Wenn es dann wirklich crasht, wird auch das Tagesgeld nicht helfen, dass du nicht in Panik verkaufst.
Besser: Ein solidider, defensiver ETF-Mix (60/40 oder 50/50 Aktien/Anleihen) von Tag eins an. Das ist rational durchdacht, nicht emotional gebaut. Dazu: echter Notfallfonds AUSSERHALB des Depots (6 Monate Rücklagen auf einem normalen Sparbuch).
Dein Problem ist nicht zu wenig Sicherheit IM Depot – es ist, dass du 15 Jahre nicht investiert hast und jetzt Angst vor Volatilität hast. Das muss man mit Facts lösen, nicht mit Tagesgeld-Beruhigungspillen.
Was hat der Crash 2008–2009 Investoren mit 60/40 Portfolio gekostet? Real: etwa 20–25%. Nach 2 Jahren wieder weg. Der Gewinn der 13 Jahre danach: +250%. Rechne das durch.
Kurze Gegenfrage: Wie lange läuft dein Horizont noch bis Rente? Bei dir als Neustart nach 15 Jahren könnte es noch 20–30 Jahre sein – da rechnet sich ein höherer Aktienanteil langfristig normalerweise aus, auch wenn's volatil wird.