Garantieprodukt vs....
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Garantieprodukt vs. ETF-Rente im AVD: Wie den Renditeunterschied realistisch simulieren?

4 Beiträge
4 Benutzer
0 Reactions
12 Ansichten
Lara F.
Beiträge: 31
Themenstarter
(@larafischer)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#65]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Wochen intensiv mit dem Geförderten Altersvorsorgedepot 2027 und komme bei einem Punkt immer wieder ins Grübeln: Wie kann ich den Renditeunterschied zwischen einem Garantieprodukt und einer ETF-Rente wirklich sinnvoll vergleichen?

Ich bin 27, also habe ich theoretisch noch fast 40 Jahre bis zur Rente. Bei so einem langen Zeitraum würde ich intuitiv sagen, dass ein breit gestreuter ETF langfristig die Nase vorn haben müsste – aber die Garantieprodukte haben natürlich ihren Charme, wenn man sich nicht jedes Jahr den Kursschwankungen aussetzen möchte.

Mein Problem: Die meisten Online-Rechner, die ich bisher gefunden habe, erlauben entweder nur eine pauschale Renditeangabe (z.B. 5% p.a.) oder sie berücksichtigen die staatliche Förderung und Steuervorteile des AVD 2027 überhaupt nicht. Gibt es schon spezialisierte Rechner, die beides abbilden können – also Garantieprodukt mit garantierter Verzinsung auf der einen Seite und ETF-Portfolio mit historisch realistischen Schwankungsszenarien auf der anderen?

Was mich außerdem interessiert: Wie geht ihr mit dem Thema "Worst-Case-Szenario" um? Rechnet ihr mit Negativszenarien, oder geht ihr einfach von einem langfristigen Durchschnitt aus?

Freue mich auf eure Erfahrungen!

Lara


3 Antworten
Andreas-Richter
Beiträge: 28
(@andreas-richter)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurz aus steuerlicher Perspektive ergänzt: Das Renditeversprechen eines Garantieprodukts klingt verlockend, ist aber brutto. Nach Kosten und unter Berücksichtigung der nachgelagerten Besteuerung im AVD sieht die Nettorealrendite bei Garantieprodukten in einem Niedrig-bis-Normalzinsumfeld oft ernüchternd aus. Bei einem 40-jährigen Anlagehorizont und realistischer Inflationsannahme von 2,5% p.a. schmelzen nominale Garantierenditen unter 2% real ins Negative. Ich empfehle meinen Mandanten, Renditerechner grundsätzlich nur mit Nachsteuer- und Realwert-Ausgabe zu nutzen – alles andere führt zu systematisch zu optimistischen Eindrücken, besonders beim Garantieprodukt-Vergleich.


Antwort
Sabine B.
Beiträge: 60
(@s-bergmann89)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich hab mich mit sehr ähnlichen Fragen beschäftigt als ich angefangen hab, mich nach der Familienzeit wieder einzulesen. Zum Thema Kennzahlen und Rechner hab ich damals im Riester-Fondssparplan-Thread schon einiges mitgenommen.

Was ich dir aus meiner Erfahrung sagen kann: Mit 27 Jahren Ansparzeit vor dir würde ich das Garantieprodukt ehrlich gesagt fast schon ausschließen – nicht weil Sicherheit schlecht ist, sondern weil du den Sicherheitspuffer bei dem Zeithorizont einfach gar nicht brauchst. Die Volatilität mittelt sich über 40 Jahre stark heraus.

Zu deiner Frage nach Worst-Case-Szenarien: Ich rechne persönlich mit drei Szenarien – optimistisch, realistisch, pessimistisch. Das gibt mehr Gefühl als ein einzelner Mittelwert. Spezialisierte AVD-Rechner gibts m.W. noch nicht, da das Produkt ja erst 2027 startet. Bis dahin würde ich mit einem normalen ETF-Sparplanrechner arbeiten und die Förderbeträge manuell draufrechnen – ist unelegant aber funktioniert.


Antwort
Marco_8763
Beiträge: 23
(@marco_8763)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Gute Frage, die ich mir bei meiner eigenen Planung auch schon gestellt hab. Ich hab letztens im Kontext Kaufkrafterhalt mal rumgerechnet – dazu hab ich übrigens auch diesen Thread mitdiskutiert, da gings ähnlich um realistische Annahmen über sehr lange Zeiträume.

Zum Kern deiner Frage: Ich kenne bisher auch keinen Rechner, der Garantieprodukt UND ETF-Variante direkt nebeneinander mit AVD-Förderung abbildet. Was ich mache: Ich rechne beide Varianten separat durch – einmal mit einer konservativen Garantieverzinsung (z.B. 1,5-2% nach Kosten), einmal mit ETF-Annahmen von 4-6% p.a., und dann schau ich mir die Differenz über 30-40 Jahre an. Der Zinseszinseffekt ist bei deinem Alter brutal zugunsten des ETF.

Bei Worst-Case: Ich modelliere ein "verlorenes Jahrzehnt" in der Mitte der Ansparphase und schaue ob das ETF-Szenario trotzdem vorne liegt. Meistens ja, aber das gibt einem ein besseres Gefühl für die tatsächlichen Risiken als ein simpler Durchschnittswert.


Antwort
Teilen: