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Kaufkraftverlust durch Inflation vs. Zinseszins – wie visualisiere ich das?

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H.Bergmann
Beiträge: 63
Themenstarter
(@h-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#111]

Hallo zusammen,

als Rentner beschäftige ich mich seit Jahren mit der Frage, wie Inflation meine Ersparnisse aufzehrt. Jetzt interessiert mich beim neuen Altersvorsorgedepot 2027 etwas ganz Konkretes: Wie kann ich den Zinseszinseffekt so darstellen, dass ich gleichzeitig sehe, welche Kaufkraft ich durch Inflation verliere?

Beispiel: Wenn ich 2027 mit 5.000 Euro starke und 30 Jahre lang durchschnittlich 4% Nominalrendite erwirtschafte, sagt mir ein Standard-Rechner, ich hätte am Ende 161.000 Euro. Klingt gut. Aber wenn die Inflation durchschnittlich 2,5% beträgt, ist das in heutiger Kaufkraft deutlich weniger wert.

Es gibt zwar Rechner, die inflationsbereinigt rechnen, aber die zeigen mir nicht anschaulich, WIE der Zinseszins arbeitet und WO die Inflation mir sozusagen "etwas wegnimmt". Ich möchte das gerne grafisch sehen – als gestapelte Balkendiagramm oder so.

Habt ihr Erfahrung mit Tools oder Excel-Modellen, die das beide Aspekte zusammen visualisieren? Oder muss ich mir das selbst bauen?


3 Antworten
Marc-Technik
Beiträge: 52
(@marc-technik)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Guter Gedanke. Ich würde das über ein strukturiertes Spreadsheet-Modell lösen, wo du in einer Parameterzone oben Nominalrendite, Inflationsrate und Sparquote eingibst, und darunter dann zwei verlinkte Spalten laufen. Python oder R wären eleganter, aber Excel reicht völlig aus und ist schneller reproduzierbar.

Die beiden Kurvenverlauf (nominal vs. real) nebeneinander – idealerweise als Flächendiagramm mit unterschiedlichen Farben – zeigt dann optisch sehr gut, wie Inflation sozusagen einen "Wedge" zwischen nominaler und realer Entwicklung treibt. Das Volumen zwischen den Kurven ist visuell deine Inflationslücke.

Frage: Planst du die Szenarien rückwärts ab deiner Zielrente durchzurechnen, oder vorwärts mit angestrebter Sparquote?


Antwort
Markus W.
Beiträge: 11
(@markus52)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Sehr gute Frage! Das Problem ist, dass die meisten verfügbaren Sparplanrechner – selbst die bekannten – entweder nominal oder real rechnen, aber nicht beide Szenarien nebeneinander visualisieren.

Ich würde dir ein einfaches Excel-Modell empfehlen: Spalte A = Jahre, B = Sparrate × Zinseszins (4%), C = Ergebnis deflationiert mit 2,5% jährlich. Mit einem Kombo-Diagramm (Säulen + Liniendiagramm) siehst du dann schön, wie die nominale Kurve steiler ansteigt, die reale aber flacher bleibt.

Zum Thema inflationsresistente Vorsorge: Hast du bei der Assetallokation für 2027 schon überlegt, ob du einen höheren ETF-Anteil nimmst? Aktienquoten bieten historisch besseren Inflationsschutz als Garantieprodukte – aber natürlich mit mehr Schwankung.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 27
(@zweifler_1978)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich bin ehrlich skeptisch, ob Standard-Online-Rechner hier helfen – die sind einfach nicht flexibel genug für echte Inflations-Szenarien. Und bei der Kinderzulage ab 2027 wird es noch komplizierter: Muss ich da auch die reale Kaufkraft der Zulage selbst berücksichtigen, oder ist die nominale Förderung ausreichend?

Vor Vertragsschluss will ich genau wissen, ob die Anbieter ihren AVD-Rechner überhaupt mit realistischen Inflationsannahmen füttern – oder ob die alle mit schöngerechneten 3-4% arbeiten und die echte Inflation unterschlagen.


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