Hallo zusammen,
wir haben gerade im Mai unseren Sohn bekommen und ich versuche mich jetzt endlich mal ernsthaft mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen. Bisher hab ich das immer vor mir hergeschoben, aber mit Kind im Haus denkt man halt anders über die Zukunft nach.
Ich hab gelesen, dass es beim neuen Altersvorsorgedepot 2027 wieder Kinderzulagen geben soll, ähnlich wie beim Riester. Riester hatte ich selbst mal kurz angeschaut, aber dann schnell wieder aufgehört weil mir das mit den Zulagenanträgen und dem Dauerkrampf mit der ZfA viel zu kompliziert war. Ich hoffe wirklich, dass das neue System einfacher wird.
Meine konkreten Fragen:
- Wie hoch soll die Kinderzulage beim Altersvorsorgedepot 2027 sein? Ist das schon final beschlossen?
- Muss ich die Zulage jedes Jahr neu beantragen oder läuft das irgendwie automatisch?
- Gilt die Zulage ab dem Geburtsjahr des Kindes oder erst ab dem ersten vollen Kalenderjahr?
- Und was passiert mit der Zulage wenn man die Beiträge mal ein Jahr aussetzt, weil zum Beispiel eine Elternzeit kommt?
Ich bin 28, arbeite Vollzeit und meine Partnerin ist aktuell in Elternzeit. Würde mich freuen wenn jemand der sich da schon eingelesen hat ein bisschen Licht ins Dunkel bringt. Bin wirklich Anfänger bei dem Thema!
Herzlichen Glückwunsch erstmal zum Nachwuchs! 🙂
Ich hab mich da schon recht intensiv eingelesen, weil ich selbst zwei Kinder habe und das neue System für uns als Familie interessant ist. Stand jetzt (die gesetzlichen Details werden noch finalisiert) ist die Kinderzulage beim Altersvorsorgedepot 2027 mit 300 Euro pro Kind und Jahr geplant – das wäre deutlich mehr als die 185 Euro beim alten Riester. Ob das so bleibt, muss man abwarten.
Was den Antrag angeht: Das soll tatsächlich einfacher werden. Die Idee ist, dass der Anbieter die Zulage automatisch über eine zentrale Stelle abruft, ohne dass du jährlich einen Antrag stellen musst. Ob das in der Praxis dann wirklich reibungslos klappt... da bin ich noch ein bisschen skeptisch, ehrlich gesagt. Bei Riester hat man ja gesehen wie das in der Theorie klingt und wie's dann läuft.
Zur Elternzeit: Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt. Soweit ich es verstehe, soll es einen Mindestbeitrag geben (ca. 60 Euro im Jahr), damit die Zulage nicht wegfällt. Auch in Elternzeit sollte das machbar sein. Ich hatte das Thema kürzlich auch im Thread zu Freiberuflern und dem AVD angesprochen, wo es ähnliche Fragen zur Förderberechtigung bei unregelmäßigem Einkommen gab.
Ab wann die Zulage gilt (Geburtsjahr vs. Folgejahr) – das ist einer der Punkte wo ich selbst noch keine gesicherte Info habe. Da würd ich auf offizielle Quellen warten sobald das Gesetz spruchreif ist.
Zum Thema Geburtsjahr: Ich habe dazu mal beim zuständigen Ministerium nachgefragt (per Mail, dauert ewig bis die antworten...) und die Antwort war etwas schwammig. Es sieht aber danach aus dass die Zulage ab dem Jahr der Geburt anteilig oder voll angerechnet werden soll – genau wie beim Riester. Aber ACHTUNG: Das ist noch nicht final im Gesetzestext verankert soweit ich weiß, also nimm das bitte nicht als gesichert hin.
Was die Elternzeit angeht, stimme ich Sabine zu – der Sockelbetrag von 60 Euro soll das abfedern. Das ist eigentlich ne smarte Lösung wenn sie's so umsetzen. Ich hab in meinem Vergleich verschiedener Förderrechner festgestellt dass die die Elternzeit-Situation teilweise noch gar nicht korrekt abbilden, da ist noch viel Baustelle bei den Tools.
Grundsätzlich mein Rat: Noch nicht in Panik verfallen. 2027 ist noch Zeit und es wird bis Ende 2025/Anfang 2026 deutlich mehr Klarheit geben. Lieber dann mit gesicherten Infos starten als sich jetzt auf halbgare Planungsgrundlagen festzulegen.
Kurz von mir als jemand der eher die technisch-analytische Seite schaut: Die 300 Euro Kinderzulage klingen erstmal gut, aber ich würde das nicht isoliert betrachten. Entscheidend ist am Ende wie hoch dein Gesamtfördersatz ist wenn man Grundzulage, Kinderzulage und den Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug zusammenrechnet – und das hängt stark von deinem zu versteuernden Einkommen ab. Ich hab das für verschiedene Einkommensklassen durchgerechnet und gerade für Durchschnittsverdiener mit Kindern kann die Förderquote tatsächlich attraktiv sein, solange die Kostenstruktur der Anbieter stimmt. Das war auch einer meiner Punkte im Thread zu zugelassenen Produkten – was nützt die beste Zulage wenn die laufenden Kosten sie wieder auffressen.