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Depot mit oder ohne Versicherungsmantel - wo liegen die Unterschiede?

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Kritikus_78
Beiträge: 13
Themenstarter
(@kritikus_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#22]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot 2027 und bin etwas verwirrt über die verschiedenen Varianten. Manche Anbieter haben ein reines Depot, andere bieten das Ganze mit Versicherungsmantel an.

Konkret geht es mir um folgende Punkte: Beim Versicherungsmantel zahle ich ja zusätzliche Kosten für die Versicherung, bekomme aber wohl steuerliche Vorteile in der Auszahlungsphase. Beim reinen Depot sind die laufenden Kosten niedriger, aber steuerlich wird's komplizierter.

Hat jemand schon mal durchgerechnet, was sich langfristig mehr lohnt? Ich bin 48 und plane bis 67 einzuzahlen. Monatlich kann ich etwa 300 Euro investieren.

Besonders interessiert mich auch die Flexibilität - kann ich beim Versicherungsmantel genauso flexibel Beiträge anpassen wie beim normalen Depot? Und was passiert, wenn der Versicherer Probleme bekommt vs. wenn ein Broker pleite geht?

Danke schon mal für eure Erfahrungen!


4 Antworten
FelixT_89
Beiträge: 28
(@felixt_89)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Bei der Nachhaltigkeitsfrage macht der Versicherungsmantel übrigens oft Probleme. Viele Versicherer haben noch sehr begrenzte ESG-ETF-Auswahl im Vergleich zu den freien Depots bei Direktbrokern.

Falls dir nachhaltige Geldanlage wichtig ist, schau genau hin welche Fonds verfügbar sind. Das könnte ein Argument für's reine Depot sein.


Antwort
Sabine91
Beiträge: 23
(@sabine91)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Wie Lisa-Weber schreibt, sind die Kosten wirklich ein wichtiger Punkt. Aber ich würde noch einen anderen Aspekt einbringen: Vereinfachung.

Mit dem Versicherungsmantel hast du später nur EINE Steuerbescheinigung und weniger Aufwand bei der Steuererklärung. Beim reinen Depot musst du jeden ETF einzeln tracken, Vorabpauschale beachten usw.

Gerade wenn du nicht so der Steuer-Experte bist, kann das den Aufpreis wert sein. Kommt drauf an wie wichtig dir Einfachheit vs. optimale Rendite ist.


Antwort
Thomas77
Beiträge: 28
(@thomas77)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Hallo Kritikus_78,

aus meiner Sicht ist das eine der wichtigsten Entscheidungen beim Altersvorsorgedepot. Beim Versicherungsmantel zahlst du typisch 0,7-1,2% p.a. extra für die Versicherungsdienstleistung, bekommst aber in der Auszahlungsphase nur die Hälfte der Erträge als steuerpflichtig angerechnet (Halbeinkünfteverfahren).

Beim reinen Depot sparst du diese Kosten, musst aber später jeden Ertrag voll versteuern. Bei deinem Anlagehorizont und der geplanten Summe würde ich ehrlich gesagt eher zum Versicherungsmantel tendieren - die Steuerersparnis in der Rente wiegt die höheren Kosten meist auf.

Flexibilität ist bei beiden ähnlich gut, moderne Versicherungsprodukte sind da deutlich flexibler geworden als früher. Zum Insolvenzschutz hatte ich hier schon mal geschrieben - bei Versicherungen greift die Protektor-Einrichtung, bei Brokern das Sondervermögen.


Antwort
Lisa-Weber
Beiträge: 30
(@lisa-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich sehe das etwas anders als Thomas77. Die Kostenbelastung beim Versicherungsmantel ist nicht zu unterschätzen, besonders bei längeren Laufzeiten.

Hab mal für mich durchgerechnet: Bei 300 Euro monatlich über 19 Jahre sind das zusätzlich etwa 4.000-7.000 Euro nur für die Versicherungskosten. Die Steuerersparnis später ist zwar schön, aber ob die das wirklich kompensiert, hängt stark von deinem Rentensteuersatz ab.

Wenn du in der Rente einen niedrigen Steuersatz hast, lohnt sich der Versicherungsmantel weniger. Beim reinen Depot kannst du auch gezielter mit Verlusten und Gewinnen steuern - zum Beispiel durch Rebalancing in schlechten Jahren.

Ich persönlich würde das reine Depot nehmen und die gesparten Kosten zusätzlich investieren.


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