Hallo zusammen,
die Hitze hier macht mich gerade etwas nachdenklich über meine Geldanlage... während ich plane, ob ich mir diesen Sommer endlich eine Klimaanlage leisten soll, denke ich auch über das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 nach.
Meine große Frage: Wenn ich das Standarddepot mit ETFs bei einem Neobroker wie Trade Republic oder Scalable mache - was passiert eigentlich wenn der Broker pleite geht? Sind meine ETF-Anteile dann weg?
Bei klassischen Versicherungen wie der Allianz oder AXA gibt es ja den Protektor-Verein, der bei Insolvenz einspringt. Aber wie sieht das bei Brokern aus? Ich hab gehört, dass ETFs als Sondervermögen gelten - aber verstehe nicht ganz, was das praktisch bedeutet.
Ist das Geld bei einem etablierten Versicherer am Ende sicherer als beim hippen Smartphone-Broker? Oder mache ich mir umsonst Sorgen?
Die staatliche Förderung ist ja bei beiden gleich, aber die Sicherheit des angesparten Kapitals beschäftigt mich schon.
Wer kann mir da weiterhelfen?
Gruß
ETFsparplan34
Das Thema Sicherheit ist berechtigt, aber du vergleichst Äpfel mit Birnen. Bei Versicherungen hast du erstmal das Anlagerisiko der Versicherung - die können auch schlecht wirtschaften oder riskante Investments machen.
Broker sind nur Verwahrer. Deine ETFs liegen bei einer Depotbank (meist DWP Bank oder ähnliche). Selbst wenn sowohl Broker als auch Depotbank pleite gehen - was sehr unwahrscheinlich ist - sind deine Anteile immer noch da.
Dazu kommt: Die BaFin überwacht das alles streng. Neobroker müssen genauso die Gelder trennen wie etablierte Banken.
Einziger Nachteil: Bei Broker-Pleite kann es 2-3 Monate dauern bis du wieder an dein Depot kommst. Bei Versicherung läuft erstmal alles weiter.
Also ich bin da skeptischer... Theorie ist schön und gut, aber in der Praxis kann vieles schief gehen. Wirecard hat auch mal "sicher" ausgesehen.
Bei den großen Versicherern wie Allianz hast du Jahrzehnte Erfahrung und massive Eigenkapitalausstattung. Die gehen nicht so schnell pleite. Bei manchen Neobrokern weiß man nicht mal genau, wie die langfristig Geld verdienen wollen.
Dazu kommt: Was nützt dir der beste Insolvenzschutz, wenn der Service miserabel ist oder die Technik nicht funktioniert? Gerade fürs Altersvorsorgedepot würde ich auf bewährte Anbieter setzen.
Klar, ETFs als Sondervermögen sind rechtlich geschützt - aber willst du wirklich das Risiko eingehen und monatelang auf dein Geld warten müssen?
ETFs sind als Sondervermögen tatsächlich sehr gut geschützt. Bei einer Broker-Insolvenz gehören deine ETF-Anteile weiterhin dir - sie sind vom Vermögen des Brokers getrennt. Das ist gesetzlich so geregelt.
Der Unterschied zum Versicherungsschutz: Bei Versicherungen ist dein Geld Teil der Versicherungsmasse und wird vom Protektor nur bis zu bestimmten Grenzen abgesichert. Bei ETFs im Sondervermögen hast du theoretisch sogar besseren Schutz.
Praktisch läuft es so: Geht dein Broker pleite, werden deine ETF-Anteile an einen anderen Verwahrer übertragen. Du behältst alle deine Anteile. Kann nur ein paar Wochen dauern, bis alles abgewickelt ist.
Ich hatte das Thema auch schon mal bei der Erbe-Diskussion - Sondervermögen ist rechtlich sehr robust.